Flüchtlingshilfe

Studenten als Sprachbegleiter

Bonner Studenten wollen Flüchtlinge jetzt als Sprachbegleiter unterstützen.

Bonner Studenten wollen Flüchtlinge jetzt als Sprachbegleiter unterstützen.

Bonn. Studenten der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn können sich seit einiger Zeit zu Sprachbegleitern für Flüchtlinge ausbilden lassen. Die Grundlage für das neue Lehrmodul bildet ein Kooperationsvertrag der Philosophischen Fakultät mit dem Caritasverband für die Stadt Bonn und dem Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises.

Dekan Professor Andreas Bartels, Landrat Sebastian Schuster und Caritas-Direktor Jean-Pierre Schneider haben den Kooperationsvertrag jetzt im Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaft offiziell besiegelt.

In der Lehrveranstaltung werden Methoden zur Sprachvermittlung und Sprachförderung erarbeitet, die von wichtigen Informationen zu den Herkunftsländern flankiert werden. „Die Studenten lernen Fluchtursachen und den rechtlichen Status der Flüchtlinge kennen. Außerdem werden sie für interkulturelle Unterschiede und die psychosoziale Situation der Flüchtlinge sensibilisiert“, erläuterte Koordinator Paul Meyermann.

Der Unterricht findet in Einrichtungen der Caritas und im Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises statt. „Mit diesem Angebot reagieren wir auf den Wunsch vieler Studenten, sich den eigenen Fähigkeiten entsprechend für Flüchtlinge einzusetzen. Dieser Einsatz beweist nicht nur ein hohes gesellschaftliches Engagement, sondern auch ein kluges Verständnis für einen wachsenden Arbeitsmarkt“, sagte Dekan Bartels, der den Ausbau des Angebots ankündigte.

Landrat Schuster betonte die umfassende Herausforderung der Integration: „Nachdem sich nun die Situation in den Notunterkünften entspannt hat, müssen wir gemeinsam die zu uns geflohenen Menschen an Sprache, Gesellschaft und Arbeitswelt heranführen.“ „Mit dieser Kooperation sind wir auf einem guten Weg. Jetzt gilt es, ein Bewusstsein zu schaffen, dass eine gelungene Integration unsere Stadtgesellschaft bereichert und große Chancen für die Zukunft bietet“, sagte Schneider. 60 Studenten nehmen zurzeit das neue Lehrangebot in Anspruch.

Zu ihnen gehört Jonas Zeit-Altpeter, der im Flüchtlingsheim Auerberg überwiegend positive Erfahrungen gesammelt hat: „Die Menschen sind sehr lernwillig, und die Atmosphäre ist entspannt und zuversichtlich. Ich habe es mir schwieriger vorgestellt.“ Dem kann Kommilitonin Jule Kurka nur zustimmen: „Eine sehr positive Erfahrung, bei der man Studium und ehrenamtliches Engagement ideal miteinander verbinden kann.“ Main Naser aus Syrien lobte im Gespräch mit dem GA das Engagement der jungen Sprachbegleiter. „Sie geben uns viele wertvolle Informationen, wie man sich im Alltag und in Bonn zurechtfindet“, sagte der 30-jährige Kaufmann, der vor sieben Monaten aus Aleppo flüchtete.