Kommentar zum Maximiliancenter

Stramme Leistung

5. Oktober 2018: Die Dacharbeiten beginnen.

5. Oktober 2018: Die Dacharbeiten beginnen.

Bonn. Bauherr Ten Brinke liegt mit seinem Maximiliancenter im Zeitplan und will ab Januar damit beginnen, die 9000 Quadratmeter Handelsflächen an die neuen Mieter zu übergeben.

Das ist eine stramme Leistung angesichts der Tatsache, dass die Baustelle mit dem laufenden Projekt von Urban Soul auf dem Nordfeld koordiniert werden musste. Ein Lob gebührt an dieser Stelle auch dem städtischen Planungsdezernat, das die Bauabläufe und den Verkehr während der ebenfalls laufenden Sanierung des Hauptbahnhofs zuverlässig managte.

Ganz ohne Widrigkeiten liefen Abriss und Aufbau aber nicht ab. Beim Einreißen des Mauerwerks fiel ein Kran auf das Dach des Hauptbahnhofs. Die zeitweise Sperrung der Maximilianstraße ab Jahresbeginn dauerte ebenfalls länger als angedacht und machte die Innenstadt zeitweise schlechter erreichbar. Der Handel ächzte und stöhnte, gerade die umliegenden Geschäften litten auch unter Lärm und Dreck.

Beim Richtfest sprach CDU-Fraktionsvize Georg Fenninger von einem „Meilenstein für die City“. Diese Wortwahl ist angesichts der langwierigen Verhandlungen, um das Vorgängergebäude ersetzen zu können, durchaus verständlich. Allerdings muss sich noch zeigen, wie dieser „Meilenstein“ auf das Stadtbild und die Entwicklung des Handels wirkt, wenn das Urban-Soul-Ensemble fertiggestellt sein wird. Für die Geschäfte und eine lebendige Innenstadt ist das auch deshalb von Bedeutung, weil in der Kaiserpassage am Kaiserplatz viele Ladenlokale leerstehen.

Das Schicksal des Viktoriakarrees und seiner Bewohner auf der anderen Seite der City ist zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unklar. Dort wollte (und will vermutlich immer noch) die österreichische Signa Holding eine Einkaufsmall errichten. Die Frage, die sich die Verantwortlichen in der Stadt erneut stellen sollte, lautet deshalb: Wie viel (großflächigen) Einzelhandel verträgt die City noch?