Nach Auseinandersetzung mit Polizei

Strafbefehl gegen Bonner Journalisten erlassen

Der Bonner Journalist Marvin Oppong wirft der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vor.

Der Bonner Journalist Marvin Oppong wirft der Polizei unverhältnismäßige Gewalt vor.

Bonn. Eine Auseinandersetzung zwischen dem freien Journalisten Marvin Oppong und der Bonner Polizei beschäftigt weiter die Justiz. Während gegen Oppong ein Strafbefehl erlassen wurde, wird gegen zwei Beamte noch ermittelt.

Ereignet hat sich der Vorfall am 2. Mai am Bertha-von-Suttner-Platz. Ausgangspunkt war ein Verkehrsunfall, an dem ein Streifenwagen der Bonner Polizei beteiligt war. Bei dem Unfall wurde eine 29-jährige Frau verletzt, sie musste vorübergehend in einem Krankenhaus behandelt werden. Weil der Streifenwagen den Unfall nach bisherigen Erkenntnissen verursacht hat, wird gegen die Fahrerin wegen möglicher fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Bei der Unfallaufnahme und Absicherung des Unfallorts soll der Journalist die Einsatzkräfte nach Darstellung der Polizei behindert und einen Platzverweis nicht eingehalten haben. Die Beamten hatten ihn daraufhin in Gewahrsam genommen. "Widerstand und tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Körperverletzung", lautet der Vorwurf gegen den Journalisten in dem Strafbefehl, den das Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen hat und in dem Oppong zu 100 Tagessätzen à 30 Euro Geldstrafe verurteilt wird. Oppong hat Einspruch gegen dieses Urteil angekündigt. In dem Fall wird die Sache öffentlich vor Gericht verhandelt.

Oppong hingegen wirft den Beamten unverhältnismäßige Gewalt vor und hat seine ganz eigene Meinung dazu, aus welcher Motivation heraus der Konflikt entstand: Auf dem Internetdienst Twitter veröffentlichte er den Strafbefehl und versah ihn mit den Stichworten "Polizeigewalt" und "Rassismus". Gegen einen Beamten, der mit dem Journalisten aneinandergeraten war, läuft derzeit noch ein Ermittlungsverfahren, in dem es um den Vorwurf der Körperverletzung im Amt geht. Die Ermittlungen sind laut Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen.