Sanierung der Beethovenhalle

Stiftung sammelt für ein Denkmal

Die Spendenkampagne für die Beethovenhalle stellen Wolfgang Fuchs (von links), Brigitte Kühnert, Hans Hinterkeuser, Wolfgang Illert und Reinhard Rösler vor.

Die Spendenkampagne für die Beethovenhalle stellen Wolfgang Fuchs (von links), Brigitte Kühnert, Hans Hinterkeuser, Wolfgang Illert und Reinhard Rösler vor.

Bonn. Der Unterstützerkreis für die Beethovenhalle wächst: Am Montag hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit dem Verein Pro Beethovenhalle eine gemeinsame Spendenkampagne für die Beethovenhalle eröffnet. Die DSD will in einem ersten Schritt rund 100.000 Euro für die Sanierung des Kupferdaches bereitstellen.

Das 1959 fertiggestellte denkmalgeschützte Gebäude wird voraussichtlich ab Herbst für etwa 18 Monate schließen. Grund ist eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung der in die Jahre gekommenen Halle. Wie berichtet, hat der Stadtrat sich nach dem Aus für das Festspielhaus im Grundsatz dazu entschieden, die Halle baulich wieder in Schuss bringen und die komplette Technik den heutigen Standards anpassen zu lassen. Insgesamt sollen für das Projekt nicht mehr als 60 Millionen Euro ausgegeben werden, sagte Stadtdirektor Wolfgang Fuchs am Montag bei der Präsentation der Spendenaktion.

Den endgültigen Sanierungsbeschluss wolle der Rat in seiner Sitzung im April fassen, sagte Fuchs. Bis dahin soll die inzwischen vorliegende Entwurfsplanung samt Kostenberechnungen vom Projektsteuerer Drees & Sommer geprüft sein. Was die Sanierung am Ende genau kosten werde, wisse man allerdings erst, wenn voraussichtlich nach der Sommerpause die Angebote für die einzelnen Gewerke vorliegen.

„Unser Ziel ist es, das Zeit- und das Kostenziel einzuhalten“, betonte Fuchs und kündigte an: „Wir werden während der Bauphase keine Planänderung mehr zulassen, die die Kosten nach oben treibt.“ Fest steht, dass auf jeden Fall auch das Studio der Beethovenhalle ins Sanierungsprogramm aufgenommen werden kann. Die Zusage der Sparkasse Köln-Bonn über eine Spende von fünf Millionen Euro macht den lange gewünschten Umbau des Studios in einen Kammermusiksaal möglich.

Hoffen auf weitere spendable Unternehmen

Die DSD und der Verein Pro Beethovenhalle hoffen jetzt auf viele weitere spendable Unternehmen und Institutionen. Gefragt sei aber auch jeder einzelne Bürger, die „Bauikone der jungen Bundesrepublik“ mit einer Spende zu unterstützen. Das Geld soll allerdings nicht zur Ausstattung der Halle, sondern ausschließlich zur Instandsetzung des Denkmals dienen, machten Wolfgang Illert, Geschäftsführender Vorstand des DSD, und seine Marketingchefin Eva Masthoff deutlich. Dazu gehörten das durch einen Sturm stark beschädigte und nur notdürftig geflickte Dach, die Natursteinfassade und die Gartenanlage. Reinhard Rösler, Vorsitzender des Vereins pro Beethovenhalle, freut sich über die Unterstützung. „Die Sanierung wird die Beethovenhalle verändern, aber zum Besseren.“

Deutliche Worte richtet Fuchs an die einstigen Befürworter des Festspielhauses. „Ich habe großes Verständnis für die Enttäuschung darüber, dass das Festspielhaus-Projekt gescheitert ist, aber mir fehlt doch jedes Verständnis dafür, dass sie nun ihre Unterstützung für die Beethovenhalle verweigern wollen.“ Schließlich handele es sich um ein Denkmal der Stadt Bonn mit hoher Symbolkraft. Deshalb wünsche er sich, dass wenigstens ein Teil des Engagements für das einst geplante Festspielhaus zugunsten der Beethovenhalle umgelenkt werden könne. Fuchs kündigte an, die Stadt wolle selbst auch ein Sponsorenkonzept entwickeln, um Geld für die Innenausstattung, etwa für neue Stühle zu sammeln.

Weitere Informationen auf www.rettet-die-beethovenhalle.de