Roter Teppich für Ehrenamtliche

Stiftung "Humor hilft heilen" feiert zehnten Geburtstag

Bei ihrem Catwalk über die „Allee der Anerkennung“ erhalten die Ehrenamtlichen viel Beifall.

Bei ihrem Catwalk über die „Allee der Anerkennung“ erhalten die Ehrenamtlichen viel Beifall.

Bonn. Die Stiftung „Humor hilft heilen“ ist zehn Jahre alt. Zur Jubiläumsfeier standen jetzt die Ehrenamtlichen im Mittelpunkt. Sie durften über einen Roten Teppich gehen.

Konfetti, Luftschlange, Seifenblasen, Blitzlichtgewitter und jede Menge Applaus: Am Arm von Holger Stüvel, alias Clown „Schlenzo“, lässt sich Sida Nies gerne über den roten Teppich führen und genießt dabei jeden einzelnen Schritt. „Was für eine tolle Anerkennung“, lacht die Bad Godesbergerin am Ende. „Das ist eine ganz fantastische Idee.“ Währenddessen schreitet bereits der nächste „Star“ über den roten Teppich, der am Mittwoch vor dem Bonner Rathaus ausgerollt war.

„Sie alle sind Helden des Alltages. Deshalb werden Sie heute auch einmal wie ein VIP behandelt“, hatte Eckart von Hirschhausen zuvor gemeinsam mit einer Schar bunt kostümierter Krankenhausclowns die ehrenamtlichen Helfer begrüßt. Mit einem Catwalk über die „Allee der Anerkennung“ ehrte der TV-Arzt, Moderator, Kabarettist und Sachbuchautor anlässlich des zehnjährigen Bestehens seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ diejenigen, die sich teilweise bereits seit Jahrzehnten in ihrer Freizeit für andere einsetzen.

Sida Nies arbeitet seit ihrer Pensionierung in der Palliativen Sterbebegleitung. „Es macht sehr zufrieden, wenn man Menschen auf ihrem letzten Weg würdevoll begleiten kann. Ich gebe nicht nur, sondern ich bekomme auch viel zurück“, berichtete sie. „Jetzt habe ich endlich die Zeit dafür.“ Denn, so betonte sie, „wir würden in einem ganz anderen Land und einer ganz anderen Gesellschaft leben, wenn es nicht die Millionen ehrenamtlicher Helfer gebe.“

Anerkennung und Ansporn

Auf der „Allee der Anerkennung“ unterwegs war auch Jutta Oster vom Familienkreis. Gemeinsam mit 25 anderen Frauen hilft sie jungen Familien nach der Geburt eines Kindes. „Es bringt uns sehr viel Freude, wenn wir sehen, wie sich die Kinder positiv entwickeln. Auch die Dankbarkeit der Eltern spornt uns immer wieder an“, erzählte sie. „Wir leisten praktische Familienhilfe, um damit eine sichere Eltern-Kind-Bindung zu fördern.“ Zwar würde sich das Team normalerweise wieder zurückziehen, wenn eine Krise überstanden ist, aber: „Manchmal bleiben wir doch in Kontakt. Gerade wenn uns die Familie ans Herz gewachsen ist, beobachten wir gerne die weitere Entwicklung.“

Erstmals auf einem roten Teppich flanierten Wolfram Schmuck und Gerd Leetz vom Bonner Spendenparlament. „Das ist Anerkennung und Ansporn zugleich“, waren sie sich einig. „Wir wissen, dass es hier in Bonn noch viele Menschen gibt, für die Teilhabe nicht selbstverständlich ist. Wir haben bereits mehr als 180 Projekte in der Stadt gefördert“, erklärte Schmuck von Hirschhausen. Was treibt sie an? „Nach der Berufstätigkeit wollen wir unserem Leben auch abseits der Familie einen Sinn geben“, sagte Gerd Leetz.

Wie wichtig das ehrenamtliche Engagement ist, betonte von Hirschhausen am Rande der Aktion: „Pflegende Angehörige sind die größte Gruppe im Gesundheitswesen. Ohne sie läuft nichts. Auch das wollen wir einmal hervorheben.“ Lob gab es zudem von Oberbürgermeister Ashok Sridharan. „Ich freue mich, dass die ehrenamtlichen Helfer hier heute die Wertschätzung bekommen, die sie verdient haben.“