Beethoven-Skulptur

Steinmetze arbeiten vor der Beethovenhalle

Die Skulptur als Ganzes.

Die Skulptur als Ganzes.

BONN. Die bröckelnde Skulptur des Düsseldorfer Künstlers Klaus Kammerichs wird von den Bonnern Michael Naundorf und Olf Krautien kostenlos saniert.

Wind und Wetter haben der Skulptur „Beethon“ auf der Wiese vor der Beethovenhalle derart zugesetzt, dass sie an vielen Stellen bröckelt und dadurch recht schäbig wirkt. Jetzt naht Rettung für die Betonplastik, die der Düsseldorfer Künstler Klaus Kammerichs vor 30 Jahren erschaffen hat und die für Einheimische wie Touristen ein gefragtes Fotomotiv ist: Die Bonner Steinmetze Olaf Krautien und Michael Naundorf von der Firma „Die Steinmetzmeister“ haben sich bereit erklärt, die Skulptur unentgeltlich zu restaurieren.

„Als ich im General-Anzeiger gelesen hatte, in welchem Zustand die Skulptur ist, habe ich sofort entschieden, dass wir das machen. Und zwar ohne Bezahlung“, sagte Olaf Krautien am Mittwoch bei einem Termin vor Ort unter anderem mit dem Künstler und OB Ashok Sridharan. „Alle fordern immer, die Stadt soll was für uns tun. Die Frage ist aber doch auch, was können wir Bürger für unsere Stadt tun“, sagte Michael Naundorf, wie Krautien gebürtiger Bonner.

Worte, die Sridharan sichtlich mit großem Wohlgefallen hörte. „Ihr bürgerschaftliches Engagement für unsere Stadt ist vorbildlich“, lobte er die beiden Steinmetze und Manuela Prechtel, die als Restauratorin die Sanierung des Kunstwerks eng und mit Fachkompetenz begleiten will.

Und damit nicht genug: Die beiden Steinmetze haben Sridharan auch zugesagt, bis zum Beethovenjubiläum 2020 die Skulptur auch unentgeltlich pflegen zu wollen.

Auch Künstler Kammerichs ist hoch erfreut über das Engagement der beiden Steinmetze. „Ich muss sagen, ich war schon sehr enttäuscht, dass die Restaurierung zum 30. Jubiläum meiner Skulptur nicht realisiert werden konnte.“ Den Stein ins Rollen gebracht hatte SPD-Ratsherr Herbert Spoelgen. Ihm war der Zustand der Skulptur, die anlässlich des Beethovenfestes 1986 aufgestellt worden war, schon lange ein Dorn im Auge, deshalb hatte er die Sanierung beantragt.

Fertigstellung im Sommer 2017

Im 60 Millionen Euro-Budget für die Sanierung der Beethovenhalle gab es indes dafür keinen Spielraum mehr, so setzte die Verwaltung die kalkulierte Summe von rund 100.000 Euro im Haushaltentwurf 2017/18 ein. Diese Summe sollte aber ausschließlich über Spenden finanziert werden. Die Werbetrommel dafür müssen der OB und Kulturdezernent Martin Schumacher nun nicht mehr rühren.

Dank des Engagements der Steinmetz-Firma soll der „Beethon“ nun im nächsten Jahr restauriert werden und möglichst nach der Sommerpause 2017 im neuen Glanz erstrahlen. „Wir benötigen für die Sanierung gut zwei Monate“, sagte Krautien, „können damit aber erst in der wärmeren Jahreszeit beginnen. Denn dafür muss es vor allem trocken sein“. Die Skulptur wird zunächst mit einem Heißdampfreiniger und Sandstrahlern gründlich gereinigt. Anschließend werden die Risse verfüllt. Ein besonders großer Riss muss mit Fieberglaskammern geschlossen werden. Im Anschluss daran soll das Kunstwerk einen offenporigen Schutzanstrich erhalten.

Kammerichs präsentierte bei der Besichtigung vor Ort auch eine Publikation des Vereins Pro Beethovenhalle zum 30-jährigen Bestehen der „Beethon-Plastik“. Darin wird unter anderem die Entstehungsgeschichte rund um die Skulptur erzählt. So war „Beethon“ ursprünglich als Leihgabe gedacht. Als die Stadt Bonn den Ankauf überlegte, entbrannte im Stadtrat ein Streit über die Kosten.

Kammerichs hatte 148.000 Euro als Kaufpreis angesetzt. Der Streit im Rat eskalierte, daraufhin bot Haribo-Chef Hans Riegel dem Künstler an, das Kunstwerk kaufen und auf seinem Privatgrundstück aufstellen zu wollen. Schließlich erwarb die Stadt Bonn es dann doch für die geforderte Summe.

Nähere Infos zur Broschüre unter www.probeethovenhalle.de