Remise vor dem Poppelsdorfer Schloss

Steine klopfen für die Terrassenmauer

Die Arbeiten an der Remise am Poppelsdorfer Schloss gehen dem Ende zu: Zurzeit wird die Terrasse für das künftige Restaurant fertiggestellt.

Die Arbeiten an der Remise am Poppelsdorfer Schloss gehen dem Ende zu: Zurzeit wird die Terrasse für das künftige Restaurant fertiggestellt.

Poppelsdorf. Die letzten Arbeiten an der Remise vor dem Poppelsdorfer Schloss laufen auf Hochtouren. Das Restaurant öffnet am 1. Juli.

Das neue Restaurant Nees vor dem Poppelsdorfer Schloss ist zwar äußerlich noch grau und nicht hellgelb, doch es sind ja bis zur Eröffnung noch ein paar Wochen Zeit. Ansonsten nimmt der als Remise besser bekannte Bau weiter Form an.

Doch Zeit zum Ausruhen ist beileibe nicht, was an den zahlreichen Lieferfahrzeugen vor dem Bauzaun zu sehen ist. Überall wird gearbeitet – auf den noch aufzufüllenden Zuwegen, an den Wänden innen, in der Küche im Keller und auf der Terrasse, wo gerade die letzten Steine für die Umrandung in Form geklopft werden.

Der besondere Clou: Durch einen Vorsprung können sich Gäste dort demnächst bequem hinsetzen. So wie auch auf die Holzbänke an den Wänden des Schankraums.

Man merkt dem Architekten Karl-Heinz Schommer und Kompagnon Dirk Vianden, der als Anwalt eine Erben- und Investorengemeinschaft vertritt, die Begeisterung für das Projekt an. An dem sind seit Jahren auch schon die Uni und Universitätsgesellschaft Bonn beteiligt, alle zusammen haben eine Menge Ideen ausgebrütet. Immer ohne Zank und Streit, berichtet Vianden. In den barocken Bau aus den 50er Jahren – früher ein Tierhaus – haben die Erben am Ende zwei Millionen Euro investiert.

Eingang zum Botanischen Garten

Mittlerweile steht fest, dass das Café und Restaurant Nees am Freitag, 1. Juli, für jedermann öffnen wird. Noch nicht feststeht allerdings, wann durch die Mitte des Gebäudes auch der Botanische Garten betreten werden kann. Wie berichtet, wird das bald der Eingang sein.

Die Namengebung des Lokals geht auf den Botaniker Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck (1776 bis 1858) zurück, der den Neuaufbau des Botanischen Gartens von 1819 bis 1830 leitete. In den beiden Flügeln des Restaurants finden je 75 Gäste Platz, von denen auch eine Seite die Uni als Veranstaltungsraum mit Empore nutzen kann. Auf dem Vorplatz am Schloss sind 48 Stühle aufgestellt, auf der Terrasse zum Garten hin 78.

Dort sind Schommer und Vianden ganz begeistert von den schon verlegten sechseckigen Steinplatten mit floralem Muster. „Ich bin regelmäßig in Spanien unterwegs. Ich habe sie bei einem Händler an der Straße entdeckt“, sagt der Rechtsanwalt.

Im Foyer zeigt der Architekt dieselben Steine im Boden, allerdings in Grün. Dazu das Fischgrätparkett aus Eiche. „Es wird so schön hier drin“, sagt er. Und meint damit zum Beispiel auch die alten ausgebauten Fenster, aus denen nun beleuchtete Vitrinen geworden sind. Auch eine der grünen Glasleuchten hängt schon unter der Schallschutzdecke.

Durchgang aus Holz und Glas aus Berliner Kirche

Stolz ist Vianden auf einen verschnörkelten Durchgang aus Holz und Glas, den er in einer der ganz wenigen katholischen Kirchen Berlins gefunden hat. Die Hauptstadt hat jetzt noch eine weniger, da das Gotteshaus vor dreieinhalb Monaten profaniert, also entweiht wurde.

Im Keller laufen die Kühlräume schon, 8,7 Grad sind es darin. Durch den sanft ansteigenden Lichtschacht, der noch begrünt wird, ist es in der Küche richtig hell. Wer als Wirt hier aber am Herd stehen wird, will Vianden noch nicht verraten. „Es ist ein bekannter Bonner Koch.“

Es gibt Frühstück, leichte Mittagessen, Kaffee und Kuchen am Nachmittag sowie Speisen am Abend. Besucher des Botanischen Gartens dürfen übrigens kostenlos die Toilette benutzen. Was aber auch Nichtgäste schätzen dürften, ist das neue Häuschen für die bunten Müllcontainer. Denn einige Bonner regt es schon seit Jahren auf, dass ihr Blau, Gelb und Schwarz so gar nicht zur Fassade des Poppelsdorfer Schlosses passen.

Die blauweißen Dachplanen, die Schiefer vor dem Runterfallen schützen, sind auf Dauer auch kein Hingucker mehr. Im Frühjahr soll nach Auskunft des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW die Sanierung beginnen, die dann bis Ende 2018 dauert.