Busse und Bahnen in Bonn

Stadtwerke kämpfen gegen Ausfälle im Nahverkehr

Den öffentlichen Nahverkehr können Schulabgänger mit Sondertickets weiter benutzen.

Archivfoto.

Bonn. Eine Krankheitswelle hat den Stadtwerken Bonn Schwierigkeiten bereitet und für Ausfälle im Nahverkehr gesorgt. 91 neue Fahrer für Busse und Bahnen sollen Abhilfe schaffen. Die Zahl der Krankmeldungen ging im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Zu Beginn der vergangenen Woche haben die Stadtwerke Bus und Bahn (SWB) Ausfälle auf einigen Bus- und Bahnstrecken gehabt. Probleme habe es ab Rosenmontag "unter anderem auch auf den Stadtbahnlinien 63 und 66" gegeben, sagte SWB-Sprecher Michael Henseler. Grund sei eine kurzfristige Krankheitswelle gewesen, "die in Teilen nicht durch die Reserven aufgefangen werden konnte". Man habe aber reagiert und sieben Fahrer, die bei einer Weiterbildung waren, von dort abgezogen und eingesetzt. "Dadurch konnten wir bereits am Mittwoch die Ausfallzahlen deutlich reduzieren." Am Freitag seien wieder "fast alle Fahrten" planmäßig unterwegs gewesen.

Insgesamt sei die Zahl der Krankmeldungen im Vergleich zum Vorjahr in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen, teilte Henseler mit. Im vergangenen Jahr hätten die SWB insgesamt 91 neue Fahrerinnen und Fahrer eingestellt, in den Vorjahren waren es meist jeweils etwa 50. Das war insofern bitter nötig, zumal die Ausfälle und Unpünktlichkeiten 2018 bis zum Herbst im Vergleich zum Vorjahr, wie berichtet, deutlich angestiegen waren, unter anderem wegen hoher Krankenmeldungen.

Nach dem dritten und bisher aktuellsten öffentlichen Quartalsbericht zur Fahrgastresonanz lag die Quote nicht erbrachter Fahrleistung zwischen Juli und September bei 3,2 Prozent (im Vorjahreszeitraum 2,4 Prozent), im zweiten Quartal lag die Quote 2018 bei 3,5 Prozent (Vorjahreszeitraum ein Prozent). Laut Henseler habe sich die Lage deutlich entspannt. "Die Kursausfälle lagen im Januar 2019 bei niedrigen 1,04 Prozent, und das, obwohl wir nach dem Fahrplanwechsel im Dezember das Angebot deutlich ausgeweitet haben." 2018 habe die Quote im Januar bei 1,83 Prozent gelegen. Das offensive Werben um neue Fahrer habe aus SWB-Sicht Früchte getragen und die Zuverlässigkeit verbessert.

Allerdings betonte Henseler, dass die angespannte Verkehrslage weiterhin ein Problem sei, das zu Unpünktlichkeiten führe. "Derzeit analysiert SWB Bus und Bahn alle Linien des Streckennetzes auf regelmäßig wiederkehrende Störeinflüsse und kommuniziert diese an die Stadt Bonn." Die SWB plädierten für Beschleunigungsmaßnahmen wie ÖPNV-Spuren im Straßennetz.

Markus Schmitz aus dem Bonner Presseamt teilte auf Anfrage mit, dass die Stadt nicht erbrachte Leistungen der Stadtwerke im Nahverkehr selbstverständlich auch nicht abrechne. Sie dürften auch nicht bezuschusst werden. In der jetzigen Betrauungsregel seien keine weiteren Sanktionen aufgenommen. "Falls die Ausfälle nun tatsächlich wieder ansteigen, ließe sich das aber grundsätzlich jederzeit per Ratsbeschluss nachholen", erklärte Schmitz. Es sei geplant, in der neuen Betrauungsregelung ab dem Jahr 2023 "entsprechende Anreizregelungen aufzunehmen".