Trinkwasser in Bonn riecht chemisch

Stadtwerke: WTV hat Mischverhältnis geändert

Trinkwasser aus der Leitung

Das Trinkwasser in Bonn riecht chemisch.

BONN. Seit einigen Wochen riecht das Leitungswasser in Bonn und Umgebung anders als sonst. "Nach Gas oder irgendwie chemisch", beschreibt es eine Leserin. Dass sich der Geruch verändert hat, bestätigen auch die Stadtwerke Bonn (SWB).

Der Grund: Vor rund sechs Wochen wurde die Zusammensetzung des Wassers verändert. "Das ist aber komplett harmlos", versichert Sprecherin Veronika John.

Das Leitungswasser, das die Stadtwerke vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV) beziehen und an den Endverbraucher liefern, setzt sich aus Talsperren- und Grundwasser (aus Hennef und Meindorf) zusammen. Die Desinfektion des Wassers erfolgt laut John unter anderem durch Chlor.

"An der Konzentration des Chlors ist nichts geändert worden." Wohl aber am Mischungsverhältnis von Oberflächen- und Grundwasser. Weil die Wahnbachtalsperre zurzeit wenig Wasser führt, wurde der Anteil des Grundwassers erhöht. Die Folge ist verstärkter Chlorgeruch.

Chlorkonzentration ist gleich

Doch warum? "Bakteriologisch verhalten sich die Gewässer unterschiedlich", erklärt John. Soll heißen, dass im Talsperrenwasser, in dem sich unter anderem durch darin lebende Fische mehr Bakterien befinden, das Desinfektionsmittel schneller aufgezehrt wird als im Grundwasser.

Somit hält sich das Chlor zurzeit länger im Leitungswasser. Wann sich das wieder ändert, steht bislang noch nicht fest. Aber: "Es regnet ja ordentlich, der Zufluss ist da", ist Johns Kollege Werner Schui zuversichtlich, dass das Mischverhältnis bald wieder geändert wird. Übrigens: Nicht alle Kunden haben den veränderten Geruch wahrgenommen. Allerdings hat es "schon einige Anrufe gegeben", sagt John.