Schilder in Bonn

Stadt warnt vor Baden im Rhein

13 Schilder hat die Stadt am Rheinufer aufgestellt. FOTO: ARCHIV/MALSCH

13 Schilder hat die Stadt am Rheinufer aufgestellt.

BONN. Spielende Kinder auf der Autobahn? Unvorstellbar! Aber Kinder, die im Rhein planschen, sind bei den derzeit herrschenden Temperaturen immer wieder zu beobachten.

"Es ist ein lebensgefährlicher Irrtum, dass das Baden zwischen den Kribben ungefährlich ist", erklärt dazu - wie in den Vorjahren auch - die Stadt Bonn und warnt eindringlich vor den Gefahren. Zudem weist sie seit dem vergangenen Jahr mit insgesamt 13 großformatigen Schildern darauf hin: "Baden im Rhein ist lebensgefährlich!".

Die Gefahr hat eine Hauptursache. Der Rhein ist eine von Frachtern und Tankern vielbefahrene Wasserstraße. Durch die Wasserverdrängung der vorbeifahrenden Schiffe entsteht auch in Ufernähe Sogwirkung. An den Spitzen der Kribben können gefährliche Strudel Menschen nach unten reißen.

Die Schilder informieren am Beueler, Bonner und Bad Godesberger Rheinufer: "Schwimmen Sie nicht im Rhein, auch wenn es noch so verlockend ist. Achten Sie auf Ihre Kinder, damit der 'Strandurlaub' am Rhein nicht mit einer Tragödie endet. Denken Sie daran, dass die von Schiffen erzeugten Wellen eine starke Sogwirkung haben können."

Selbst geübte Schwimmer können in Bedrängnis geraten. Oft wird unterschätzt, dass die Grenze zwischen stehendem und fließendem Wasser nicht langsam verläuft, sondern unerwartet auftritt. Wo der Grund zur Fahrrinne steil abfällt, verliert man plötzlich den Boden unter den Füßen.

Mit fallendem Pegel wird die Grenze bis zur Fahrrinne immer geringer. Man kommt also für eine Abkühlung immer näher an die Schifffahrt heran. Schiffe bahnen sich einen Weg durch das Wasser und schieben Wellen vor dem Bug her. Hinter ihnen folgt ein großer Unterdruck-Bereich. Diesem Unterdruck folgen große Heckwellen.

Die Wellen, die das Schiff erzeugt, entwickeln eine gefährliche Sogwirkung. Sie können badende Kinder aus dem schützenden Bereich zwischen den Kribben hinaus in die Strömung reißen. Die nächste Sogwelle entsteht, wenn die Wellen aus dem Kribbenbereich wieder herauslaufen. Wenn Kinder bei der Sogwirkung dem sinkenden Wasserstand hinterherlaufen, werden sie von der nachfolgenden Welle erfasst, überspült und mitgerissen.