Neues Konzept Ende 2019 Stadt warnt jetzt vor Schließung von Freibädern

Bonn. Nach dem Bürgerentscheid will die Stadt Bonn ein neues Bäderkonzept erarbeiten. Nicht nur für die Hallenbäder, sondern auch für die Freibäder wird eine Lösung gesucht.

Nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid gegen den Bau des Wasserlandbads in Dottendorf will die Stadt Bonn nun ein neues Bäderkonzept erstellen: Demnach soll es nun doch in jedem der vier Bonner Stadtbezirke eine öffentliche Schwimmhalle geben.

Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist allerdings offen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Verwaltung und Politik soll einen Entscheidungsvorschlag erarbeiten. Ende 2019 soll das neue Bäderkonzept, das im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel entwickelt werden müsse, vom Rat verabschiedet werden, kündigte Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Dienstag auf einer Pressekonferenz an. Zudem strebe die Verwaltung eine enge Beteiligung der Bürgerschaft an. Eine entsprechende Vorlage soll jetzt in den Ratsgremien beraten und in der Ratssitzung Ende September beschlossen werden.

Stadt sucht auch Lösung für die sechs Freibäder

In das Gesamtkonzept einbezogen werden soll auch die Zukunft der sechs Freibäder in Bonn. Aufgrund der finanziellen Situation des Bäderbetriebs im Allgemeinen und sich verstärkender personeller Engpässe werde die Verwaltung den Betrieb aller sechs Freibäder unter den jetzigen Rahmenbedingungen nicht mehr gewährleisten können, warnt die Verwaltung.

„Wir müssen den Bürgerwillen, der in den Abstimmungen 2017 und 2018 zum Ausdruck kam, würdigen, die Ergebnisse sind bindend“, betonte Sridharan. Heißt: Nicht nur das Wasserlandbad ist obsolet, sondern auch eine Sanierung des Kurfürstenbads in Bad Godesberg ist vom Tisch – wenn es nach der Verwaltung geht.

Auf die Frage, ob in der Badestadt deshalb auf jeden Fall ein neues Bad gebaut wird, sagte der OB: „Das ist eine mögliche Option“. Zur Erinnerung: Nach dem Bürgerentscheid zum Wasserlandbad hatte die Bad Godesberger CDU mit Unterstützung von CDU-Kreisverbandschef Christos Katzidis den Vorschlag gemacht, eventuell das Friesdorfer Freibad in ein Kombibad umzubauen.

Ungeachtet der Frage eines Hallenbadneubaus in Bad Godesberg werde die Sanierung des Lehrschwimmbeckens im Konrad-Adenauer-Gymnasium weiter verfolgt, so der OB . Wie berichtet, ist das Bad wegen einer defekten Filteranlage bereits seit Januar gesperrt. Es soll für 1,2 Millionen Euro komplett instand gesetzt werden.

Bewegung gibt es offensichtlich auch beim Frankenbad: Hatte die CDU-Fraktionsspitze nach dem Bürgerentscheid zum Wasserland erklärt, es bleibe bei den Schließungsplänen für das Frankenbad, so heißt es jetzt in der Verwaltungsvorlage: „Über die Zukunft des Frankenbads ist unter Umständen neu zu entscheiden.

Um ein Schwimmbadangebot im Stadtbezirk Bonn aufrechterhalten zu können, ist auch die Sanierung des Frankenbads in Erwägung zu ziehen.“ Deshalb soll der vom Rat im Juli gefasste Beschluss über das weitere Vorgehen für das Verfahren zur Nachnutzung des denkmalgeschützten Frankenbades zunächst ausgesetzt werden, sagte der OB.

Fest steht auf jeden Fall: Das Hardtbergbad wird, wie bisher geplant, saniert. Die Planung ist Sridharan zufolge im vollen Gange, voraussichtlich 2020 sollen die Arbeiten starten. In Beuel soll die Sanierung der Beueler Bütt, aber auch der Bau eines Kombibads am Standort des Ennertbads geprüft werden.

Zur Umsetzung des Bäderkonzepts stehen laut Verwaltung die bereits im Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von 26 Millionen Euro bereit, die zunächst nur für die Instandsetzung der beiden Bäder im Hardtberg und Beuel vorgesehen waren. Außerdem sollen die ab dem Jahr 2021 für das Wasserlandbad im städtischen Haushalt eingeplanten 2,82 Millionen Euro für die Unterhaltung der künftigen Bäderstruktur in Bonn eingesetzt werden. Beim Hardtbergbad will die Verwaltung sich zudem um Mittel aus dem Förderprogramm des Bundes zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur bewerben.

Ein Stadtbezirks-Schwimmbad soll barrierefrei werden

Für den OB ist vor allem wichtig, dass eines der Stadtbezirksbäder komplett barrierefrei ist – und das nicht nur für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer, sondern für alle Menschen mit verschiedensten Handicaps. Des Weiteren denkt die Stadt über eine Neuorganisation des Bäderbetriebs nach, mit der eine Erhöhung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit sowie eine flexiblere Personalsteuerung erreicht werden soll. „Das könnte zum Beispiel die Gründung einer Bäder GmbH sein“, erklärte Sridharan.

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