Drei-Sterne-Projekt in Bonn

Stadt und Investor besprechen Zukunft des Hotels vom Erzbergerufer

Bonn. Der potenzielle Hotelinvestor vom Erzbergerufer trifft sich zu Verhandlungen mit der Bonner Stadtverwaltung. Die Landmarken AG will die Fläche kaufen.

Die Ratsmehrheit hat der Verwaltung jedoch am 30. Januar den Auftrag erteilt, mit den Projektentwicklern auch über eine Erbpachtlösung zu reden. Dabei würde das Filetgrundstück im Stadteigentum bleiben.

Schon im März 2017 hatte die Jamaika-Koalition beschlossen, dass die rund 3100 Quadratmeter in bester Rheinlage „vorzugsweise in Erbbaurecht ausgeschrieben“ werden sollen. Die Stadt setzte das in der Ausschreibung aber nicht korrekt um – ein Versehen, wie es in der Behörde heißt. Und so gab es nur Kaufangebote. „Wir nehmen den Wunsch des Rates ernst und beschäftigen uns mit dem Thema Erbpacht“, versicherte Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling in dieser Woche. Er wolle dem Gespräch mit der Stadt nicht vorgreifen; eine unüberwindbare Hürde sei eine Erbpachtlösung aber nicht. Es komme auf die Rahmenbedingungen an.

Die Landmarken AG bietet nach GA-Informationen für den Kauf des Grundstücks 4,1 Millionen Euro und würde die Abrisskosten für das alte Studentenwohnheim übernehmen. Da die Stadt für das marode Haus vor Jahren 1,2 Millionen an das Studentenwerk zahlte, würde ihr ein Erlös von 2,9 Millionen Euro bleiben. Der soll in Sozialwohnungsbau an der Wilhelmstraße investiert werden, wenn das Geschäft mit den Aachenern zustande kommt.

"Wir wollen die Nähe zur Stadt und zum Rhein betonen"

Die Projektentwickler planen das Hotel nach einem Entwurf des Büros „kadawittfeld“ mit drei Obergeschossen, Innenhof und – je nach späterem Betreiber – ungefähr 200 Zimmern. Es gebe bereits Interessenten aus der Hotelbranche. „Wir wollen die Nähe zur Stadt und zum Rhein betonen und einen Anziehungspunkt für die Bonner schaffen“, sagte Landmarken-Architektin Frederike Stark. Zum Ufer hin ist eine abgestufte Terrasse für Gastronomie vorgesehen, das gläserne Foyer öffnet sich in Richtung Beethovenhalle, und auf dem Dach soll eine Bar eingerichtet werden. Stark: „Der Blick von dort oben wird atemberaubend sein.“

Ob das Ziel der Stadtverwaltung realistisch ist, das Hotel bis zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 fertigzustellen, bleibt unklar. „Es könnte knapp werden“, erklärte Kreiterling. Zum einen müsse ein Teil des Bunkers auf dem Gelände am Erzbergerufer abgerissen werden – die Decken und einige Wände. Zum anderen sei man bei der Baugenehmigung vom Tempo der Behörden abhängig.