Drei Bonner Schulen betroffen

Stadt stellt Asbest im Putz fest

Auf dieser Baustelle im Ludwig-Erhard-Berufskolleg wurde Asbest gefunden.

Bonn. In gleich drei Bonner Schulen ist bei laufenden Bauarbeiten Asbest in den Wandputzen gefunden worden. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Es handelt sich um die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bad Godesberg, das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) an der Endenicher Allee und das Ludwig-Erhard-Berufskolleg an der Kölnstraße.

In der Gesamtschule und im EMA sind Marion Duisberg zufolge die Untersuchungen bereits abgeschlossen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet worden.

Beim Ludwig-Erhard-Berufskolleg sowie weiteren 25 Schulen seien aufgrund dieser Erkenntnisse die Bauarbeiten vorsorglich unterbrochen worden, sagte die kommissarische Leiterin des städtischen Gebäudemanagements (SGB) am Donnerstag bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz.

Duisberg und Günter Jansen vom Gesundheitsamt betonten, eine konkrete gesundheitliche Gefährdung für Schüler und Lehrer habe nie bestanden. "Alle Raumluftmessungen waren unauffällig", so Jansen. Die Bauarbeiten seien zum Schutz der Bauarbeiter unterbrochen worden.

Denn erst beim Öffnen dieser Wände durch Bohrungen könne dass asbesthaltige Material freigesetzt werden. Es geht um festgebundene asbesthaltige Wandputze, die bis etwa 1980 verwendet wurden, erläuterte Umweltamtsleiterin Ute Zolondek. "Das Thema ist relativ neu für uns", sagte sie auf die Frage, warum erst jetzt der Asbest in Wandputzen ein Thema sei.

Die Schadstoffgutachter würden jetzt in allen 25 weiteren Schulen, die vor 1980 gebaut wurden und derzeit saniert werden, Materialproben entnehmen und diese auf ihre Asbesthaltigkeit prüfen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Duisberg in der nächsten Woche. In den Kindergärten und weiteren städtischen Gebäuden, in denen Baumaßnahmen stattfinden oder geplant seien, sollen ebenfalls Proben entnommen werden.

Welche Auswirkungen die Asbestfunde auf Bauzeit und Kosten haben, konnte Duisberg am Donnerstag noch nicht sagen. Sie rechnet indes nicht damit, dass wegen dieser Funde eine Schule oder ein Kindergarten nicht pünktlich nach den Ferien öffnen könne. "Sollte der Betrieb in einem Gebäude nicht möglich sein, werden wir sicherlich Ausweichquartiere finden", sagte Duisberg.