Festspielhaus in Bonn

Stadt soll Planverfahren einleiten

An dieser Ecke der Theaterstraße könnte möglicherweise einmal das Festspielhaus stehen.

19.03.2014 BONN. Wieder einen Schritt weiter ist die Stadt Bonn in punkto Festspielhaus: Der Planungsausschuss beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend als Empfehlung an den Stadtrat die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens für den "Beethoven Festspielhaus Campus" im Bereich des heutigen Beethovenhallen-Geländes. Wo genau der Konzertsaal stehen soll, das ist allerdings noch unklar.

Vor Sitzungsbeginn hatte Professor Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender des vor wenigen Jahren erst ins Leben gerufenen Städtebau- und Gestaltungsbeirat der Stadt Bonn, eine Einschätzung des Gremiums unter anderem auch zum von der Verwaltung favorisierten möglichen Standort für ein Festspielhaus südlich der Beethovenhalle an der Ecke Erzbergerufer/Theaterstraße gegeben.

So begrüßt der Städtebau- und Gestaltungsbeirat ausdrücklich die planerische Rückkehr zum Areal der Beethovenhalle. Er hält das Projekt "Beethoven Festspielhaus und Beethoven Musik-Campus" für ein Schlüsselprojekt für die Stadt Bonn.

Der Beirat erwartet parallel zu sämtlichen anderen Verfahrensschritten die zügige Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts für das Umfeld, in das sich das neue Festspielhaus einfügen soll. Der Beirat hält es für grundlegend wichtig, dass sich das neue Gebäude an der Maßstäblichkeit der Beethovenhalle orientiert.

Hinsichtlich eines genaueren Standortes des Festspielhauses auf dem Gesamtareal zwischen Welschnonnenstraße, Theaterstraße, Fritz-Schröder-Ufer und Wachsbleiche gebe es innerhalb des Beirats zwei unterschiedliche Auffassungen, teilte Lütke Daldrup mit. Die eine Seite plädiere eher für einen Neubau westlich der Beethovenhalle, also für das Areal des heutigen Parkplatzes.

Die andere könnte sich einen Standort südlich der Beethovenhalle unter Mitnutzung des Grundstückes des Hochbunkers und Studentenwohnheims vorstellen. In diesem Falle sei allerdings wichtig, dass eine Zäsur zwischen der mittelalterlichen Stadt und dem barocken Festungsring sichtbar bleibe, deren Lage sich an der Theaterstraße orientieren könne. Damit seien zwei Optionen für einen Standort gegeben.

"Ich freue mich darüber, dass das Projekt vom Beirat ebenso positiv wie von uns beurteilt wird und uns beide Standortalternativen zur Wahl stehen", sagte Stadtbaurat Werner Wingenfeld nach der Ausschusssitzung. So könne die Stadt Bonn beide Möglichkeiten im Hinblick auf ihre Realisierungsfähigkeit prüfen.

Die Festspielhaus-Initiativen und der Post-Konzern bevorzugen eindeutig das Baufeld an der Theaterstraße, wie der Fördervereinsvorsitzende Wolfgang Grießl am Mittwoch betonte. Die Lage am Rhein sei wichtig für die architektonische Wirkung des Neubaus. Grießl kam gerade von einer dreitägigen Klausurtagung der Projektbeteiligten in Buch (Ammersee) zurück.

Vertreter der der Post, der Stadtverwaltung, der Beethoventaler-Genossenschaft, des Beethovenhauses, des Beethoven Orchesters, der Internationalen Beethovenfeste GmbH sowie eines Architekturbüros hatten dort einen Projektplan konkretisiert, der nach dem erwarteten Bebauungsplanbeschluss des Stadtrates in der nächsten Woche greifen soll. "Wir waren nicht in allem einer Meinung", sagte Grießl. "Aber wir sind jetzt sehr optimistisch, dass 2016 der erste Spatenstich für das Festspielhaus erfolgt." (Andreas Baumann und Lisa Inhoffen)