Studiengang Cyber Security

Stadt möchte Bad Godesberg als Hochschul-Dependance

Das Bad Godesberger Rathaus an der Kurfürstenallee.

Das Bad Godesberger Rathaus an der Kurfürstenallee.

BAD GODESBERG. Die Stadt Bonn und die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg bekräftigen ihren Plan, eine Dependance im Stadtbezirk Bad Godesberg einzurichten. Beim zuständigen NRW-Ministerium hält man das nicht für notwendig.

Stadt Bonn und Hochschule Bonn-Rhein-Sieg halten an ihrem Plan fest, eine Dependance der Wissenschaftseinrichtung in der kurfürstlichen Zeile in Bad Godesberg zu eröffnen. Auch wenn das nordrhein-westfälische Ministerium für Kultur und Wissenschaft dafür – zumindest in der Startphase des Projektes – keine Notwendigkeit sieht.

Das gemeinsame Ziel sei es weiterhin, den Studienbetrieb auf dem Gebiet der Cyber Security in Bad Godesberg einzurichten, bekräftigen Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Hochschulpräsident Hartmut Ihne. Ob auch die Aufbauphase schon in den Räumen des derzeit noch von der Stadt genutzten Gebäudes stattfinden könne, müsse noch geklärt werden. „Dazu muss festgestellt werden, ob und gegebenenfalls welche kleineren baulichen Veränderungen dafür nötig sind“, so Stadtsprecherin Monika Hörig.

„Bad Godesberg ist weiterhin unser favorisierter Standort“, sagte Eva Tritschler, Sprecherin der Hochschule, auf GA-Anfrage. Wenn Düsseldorf grünes Licht für die Einführung des Studiengangs zum Thema Cyber Security gebe, „können wir realistisch zum Wintersemester 2020/21 starten“. Und das mit voraussichtlich 30 Studenten. Dafür aber brauche man die räumliche Erweiterung, denn an den bestehenden Standorten „sind wir proppenvoll“, so Tritschler. Und: Selbst wenn man nicht sofort in die kurfürstliche Zeile einziehen könne, weil Umbaumaßnahmen notwendig seien, „bräuchten wir für diese Zeit ein Ausweichquartier“.

Cyber-Security-Studiengang

Das NRW-Wissenschaftsministerium hatte am Dienstagabend auf GA-Anfrage mitgeteilt, dass man sich zwar weiterhin in Gesprächen mit der Hochschule über die Einführung eines Cyber-Security-Studiengangs befinde. Dabei, so eine Sprecherin, gehe es aber ausschließlich um das Studiengangkonzept. Standortfragen spielten keine Rolle, „weil der Umfang der derzeit diskutierten Startphase des Studiengangkonzeptes keine räumliche Erweiterung erfordern würde“. Eine Ansiedlung in Bad Godesberg ist also zumindest anfangs nicht angedacht.

Am Mittwoch zeigte sich das Ministerium dann zugeknöpfter. „Wir bitten um Verständnis, dass, solange die Gespräche mit der Hochschule noch nicht abgeschlossen sind, hierzu keine Aussagen getroffen werden können“, so eine Sprecherin. Die Fragen, warum man der Überzeugung ist, dass vorerst kein Umzug nötig ist, welcher Zeitraum mit „Startphase“ gemeint ist, ob nach Abschluss dieser Phase eine räumliche Erweiterung möglich ist und ob Ministerium oder Hochschule entscheiden, an welchem Ort der Studiengang weitergeführt werden kann, blieben somit unbeantwortet.

„Ich bin weiterhin sehr optimistisch, dass bei diesem wichtigen Projekt noch in diesem Herbst der Durchbruch gelingt und es dann eine klare Perspektive für Bad Godesberg als Standort des neuen Studiengangs gibt“, sagte Bezirksbürgermeister Christoph Jansen. Er werde „einen Teufel tun, diese Riesenchance für unseren Stadtbezirk untätig vorbeiziehen zu lassen“. Man arbeite mit der Stadtspitze daran, „die nötigen Weichen hier vor Ort zu stellen“, so Jansen. Das beinhalte auch die Kommunikation mit den Bürgern.

„Wenn der Startschuss fällt, wird es einen breiten Dialog mit den Godesbergern, mit der Hochschule und mit allen beteiligten Akteuren geben.“ Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keinerlei Festlegungen zur konkreten Ausgestaltung des Projekts, „etwa zur baulichen Umgestaltung oder zur Frage der Bürgerdienste“, sagte der Bezirksbürgermeister. Darüber werde man informieren, miteinander diskutieren „und nach gemeinsamen Lösungen im Sinne unseres Stadtbezirks suchen“. Schließlich spreche man „hier über das wichtigste Projekt für Bad Godesberg seit 30 Jahren“.