Uniklinik hat eigene Pläne

Stadt Bonn zieht bei Poliklinik den Kürzeren

Das Luftbild zeigt das bestehende Areal der ehemaligen Poliklinik zwischen Wilhelmstraße (oben), Wilhelmsplatz (oben links) und Annagraben (unten).

Das Luftbild zeigt das bestehende Areal der ehemaligen Poliklinik zwischen Wilhelmstraße (oben), Wilhelmsplatz (oben links) und Annagraben (unten).

BONN. Die Bombe ließ Sozialdezernentin Carolin Krause am Donnerstagabend im Sozialausschuss platzen: Die Stadt wird das Gelände der ehemaligen Poliklinik an der Wilhelmstraße nicht kaufen können. Die Bonner Uniklinik hat andere Pläne.

In der vergangenen Woche habe der Direktor des Bonner Universitätsklinikums, Wolfgang Holzgreve, der Stadt in einem Brief mitgeteilt, dass er auf dem Areal Wohnheime für Pflegerinnen und Pfleger bauen lassen will. Einen entsprechenden Bedarf habe er bereits beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), dem Eigentümer des Grundstücks, angemeldet. Die Uniklinik hat bevorzugten Zugriff.

Damit findet der Planungsprozess, der mit einer intensiven und vor allem kontroversen Bürgerbeteiligung einherging, ein jähes Ende. Eine Bürgerinitiative hatte dagegen protestiert, dass an der Stelle bis zu 125 sozial geförderte Wohnungen entstehen. Auch die angedachte Zusammenlegung von Diamorphin- und Methadonambulanz auf dem Gelände war auf Kritik gestoßen. Der zu 100 Prozent geförderte Wohnungsbau war Teil einer Abmachung innerhalb der Kommunalpolitik.

Im Gegenzug konnte Oberbürgermeister Ashok Sridharab durchsetzen, dass am Erzbergerufer ein Hotel statt Wohnungen errichtet wird.