Ohne Alternative?

Stadt Bonn will die Lessenicher Kapelle schließen und abreißen

Ortstermin an der Lessenicher Kapelle: Bürger diskutieren mit der SPD über die Zukunft.

Ortstermin an der Lessenicher Kapelle: Bürger diskutieren mit der SPD über die Zukunft.

Lessenich. Die Lessenicher Kapelle soll laut Plan der Stadt Bonn abgerissen werden. Alternativen für die Zukunft sehen die Bürger im Moment nicht.

Die Kapelle auf dem Lessenicher Friedhof wird für maximal zehn Trauerfeiern pro Jahr genutzt, weshalb die Stadt Bonn sie schließen und abreißen will. Die Frage, ob es dazu Alternativen gibt, thematisierte SPD-Ratsherr Stephan Eickschen jetzt bei einem Ortstermin auf dem Friedhof.

Mit einer Idee für die künftige Nutzung der Kapelle sieht es schlecht aus. „Wir haben zwar ein Hallenproblem im Ort, denn es gibt keine Räume, in denen man sich treffen kann“, sagte ein Bürger, schränkte aber gleich ein: „Für eine solche Kapelle ist aber nur eine sehr eingeschränkte Nutzung zum Beispiel für Lesungen oder Ausstellungen denkbar.“

Eine gewerbliche Nutzung oder lautstarke Veranstaltungen seien jedenfalls ausgeschlossen, da war man sich einig. Die rund 20 Bürger äußerten sogar Verständnis für die Stadt. Die meisten Trauerfeiern fänden in der benachbarten Laurentiuskirche statt, an der Ende der 1960er Jahre gebauten Kapelle nage der Zahn der Zeit. Die Toilette ist schon längst nicht mehr benutzbar. Und bei Gebühren von 180 Euro pro Trauerfeier für die Kapelle rechne sich die Sanierung für die Stadt nicht.

Schade finden das auch Bestatter, sie sehen aber bei einer schlechten Kosten-Nutzen-Rechnung wenig Chancen für den Weiterbetrieb der Kapelle. Der Duisdorfer Bestattungsunternehmer Thomas Reitelbach habe 2017 insgesamt 13 Beerdigungen auf dem Lessenicher Friedhof durchgeführt, davon wurde nur in einem Fall die Kapelle genutzt. Im Jahr davor sei sie bei ihm auch nur viermal gebucht worden.