Wende in Festspielhaus-Debatte

Stadt Bonn und Post-Konzern wollen Anbau an Beethovenhalle prüfen

Ein Anbei neben der Beethovenhalle soll geprüft werden.

BONN. Die Debatte um ein Beethoven-Festspielhaus in Bonn hat eine überraschende Wende genommen. Die Deutsche Post DHL und die Spitze der Stadtverwaltung schlugen vor, eine Alternative zum bisher diskutierten Standort in der Rheinaue zu untersuchen: Als zusätzliche Option soll nun ein Erweiterungsbau der denkmalgeschützten Beethovenhalle geprüft werden. Der Stadtrat stimmte dem Vorstoß am Abend geschlossen zu.

Die Idee sei in Gesprächen mit dem Konzern entwickelt worden, erklärte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Er begrüßte das "klare Bekenntnis" der Post zum Projekt. Der Konzern habe zugesagt, die Machbarkeitsprüfung zu steuern. In diesen Prozess, so Nimptsch, sollen die Festspielhaus-Initiativen einbezogen werden.

Sowohl Nimptsch als auch die Post begründeten den Beethovenhallen-Vorstoß mit den Kosten in der Rheinaue. "Nach Ansicht des Unternehmens würde eine Realisierung des bislang diskutierten Projekts in der Rheinaue aufgrund der Teuerungsrate sowie der besonderen baulichen Anforderungen an diesem Standort den ursprünglichen Kostenrahmen deutlich übersteigen", betonte der Konzern in einer Pressemitteilung.

Bei einer Erweiterung der Beethovenhalle sei mit "deutlich geringeren" Investitionen zu rechnen. "Als Beethovenstadt sollte Bonn mit seinen Bürgern und Unternehmen alles daran setzen, zum bevorstehenden Beethoven-Jubiläum 2020 eine würdige Spielstätte vorweisen zu können", unterstrich Frank Appel, der Vorstandsvorsitzende der Post.

"Der jetzt diskutierte Ansatz eröffnet eine neue Option, dieses Ziel erreichen zu können." Gleichwohl leitete der Stadtrat gestern auch ein Bebauungsplanverfahren für den Standort Rheinaue ein.