Risse in den Wänden

Stadt Bonn evakuiert zwei Wohnhäuser

BONN. Wegen Einsturzgefahr sind in der Nacht zu Mittwoch zwei Wohnhäuser in der Bonner Innenstadt evakuiert worden. Offenbar durch die benachbarte Baustelle hatten sich in beiden Häusern im Florentiusgraben tiefe Risse gebildet, woraufhin die Bewohner die Feuerwehr riefen. Inzwischen sind die Anwohner des einen Hauses wieder zurückgekehrt.

An der Fassade des dreistöckigen Hauses unmittelbar neben der Baustelle, das noch nicht wieder bewohnbar ist, sind mehrere lange Risse zu sehen. Auch durch das komplette Treppenhaus nebenan ziehen sich tiefe Furchen. Die habe sie schon am Montag bemerkt, sagt Aysel Avcioglu. Auch das Schlafzimmer der 53-Jährigen ist betroffen.

Als die Risse größer geworden waren, entschied sie gemeinsam mit anderen Mietern, den Vermieter, die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag), einzuschalten. Ein Statiker, der sich am Dienstag das Haus angesehen habe, habe aber Entwarnung gegeben. Doch als die Risse am Dienstagabend mehrere Zentimeter breit waren, riefen die Mieter gegen 22 Uhr die Feuerwehr. Sofort wurden das Haus und das benachbarte Gebäude evakuiert. Avcioglu musste in ein Hotel ziehen.

Nachdem das Haus gestern Morgen von Statikern des Bauordnungsamtes geprüft wurde, konnten die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. "Ein bisschen unwohl fühle ich mich dabei schon", sagt Marius Bruckschen, der im Erdgeschoss wohnt. Aysel Avcioglu hat Angst, dass die Risse noch größer werden. "Ich glaube nicht, dass ich heute Nacht schlafen kann."

Eine Mitarbeiterin des städtischen Presseamtes erklärte dem GA, dass mittlerweile drei Statiker die Gebäude für nicht einsturzgefährdet erklärt haben. Das zweite Haus könne vorerst noch nicht bezogen werden, weil das Gebäude gründlicher untersucht werden müsse.