Interne Untersuchung

Städtische Bauprojekte für eine Milliarde Euro stehen an

Das Bonner Stadthaus: Es soll für einen Betrag im mittleren neunstelligen Bereich saniert werden.

Das Bonner Stadthaus: Es soll für einen Betrag im mittleren neunstelligen Bereich saniert werden.

BONN. Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) steht vor gewaltigen Herausforderungen. Wie die Stadt am Freitagnachmittag mitteilte, stehen Neubauten und Bauerweiterungen für zusammengerechnet mehr als eine Milliarde Euro an. Dazu gehört auch die Sanierung des Stadthauses.

Um diese Aufgaben bewältigen zu können, müssten im SGB 64 zusätzliche Stellen geschaffen werden (aktuell 341 Stellen). Die Personalkosten würden um jährlich knapp fünf Millionen Euro steigen. Das geht aus einer umfassenden Analyse zur Untersuchung der SGB-Struktur hervor, mit der sich Hauptausschuss und Stadtrat am 10. Juli befassen werden.

Der größte Batzen fällt für die mögliche Sanierung des Stadthauses an, in Rede steht auch ein Neubau. Die Verwaltung geht bei einer Ertüchtigung von einer Investitionssumme im mittleren neunstelligen Bereich für einen Zeitraum von zwölf Jahren aus. Vor sieben Jahren hatte ein Gutachten Sanierungskosten von 200 Millionen Euro ermittelt.

Hohe Investitionen von 131,3 Millionen Euro sind für Schulbaumaßnahmen geplant, die im Wirtschaftsplan bis 2022 vorgesehen sind. Bis zu 50 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Offenen Ganztagsschulen. 144 Millionen Euro kostet voraussichtlich der Bau von 48 neuen Kindertagesstätten, Bund und Land steuern 60 Millionen zu. Die Stadt will jährlich drei neue Kitas errichten.

Weitere große Posten: 70 Millionen für zusätzliche Räume nach Wiedereinführung des G 9-Abiturs an neun von zehn Bonner Gymnasien. Sie müssen – gesetzlich vorgeschrieben – bis 2023 umgesetzt werden. Zum Teil marode Sportanlagen kommen hinzu. Der Sanierungsstau liegt hier bei geschätzten 130 Millionen Euro. Um Pflichtaufgaben und notwendige Bauvorhaben zügig umzusetzen, wird die Verwaltung nach einem politischen Beschluss einen Sanierungsplan erarbeiten, um dringliche Projekte vorzuziehen.

Wie berichtet, ist eine stadtinterne Untersuchung der Organisationsstruktur des SGB zu dem Ergebnis gekommen, dass das Baumanagement im jetzigen Zustand nicht den künftigen Aufgaben gewachsen ist. Die Stadt betont, dass es ihr schon jetzt an Architekten und Ingenieuren fehlt und die Investitionen trotz hoher Verschuldung gestemmt werden müssen.