Uno und Co

Spieleklassiker kommen bei der Jugend wieder gut an

Norbert Janßen mit Klassikern seines Spieletreffs.

Norbert Janßen mit Klassikern seines Spieletreffs.

Beuel. In Beuel lädt Norbert Janßen jeden Monat zum Spieletreff in das St. Josef-Pfarrheim ein. Kaum ein Spiel ist dabei so generationsübergreifend, wie „Mensch ärgere dich nicht“.

„Die Kinder und Jugendlichen haben ja heute kaum noch die Zeit zum Spielen“, ist eine Erfahrung, die Norbert Janßen macht, seit er im April den Spieletreff im Pfarrheim von St. Josef ins Leben gerufen hat. Seitdem lässt sich dort mit einer neu beschafften Spieleauswahl jeden zweiten Donnerstag im Monat dreieinhalb Nachmittagsstunden lang nach Herzenslust spielen.

Als der Ur-Bonner Janßen nach seiner Pensionierung als Finanzvorstand einer Schweizer Aktiengesellschaft nach 40 Jahren aus Niederkassel wieder zurück nach Beuel zog, wollte er sich in der Gemeinde engagieren und ein wenig von dem zurückgeben, was er im Leben erhalten hatte, sagt er und fügt lachend hinzu, „und ich fragte mich dann, was kannst du sonst noch außer Geld.“ Er ließ sich folgerichtig als Kämmerer in den Kirchenvorstand wählen und hatte das Amt sechs Jahre lang inne. Danach überlegte er, was er er noch tun könne.

Als leidenschaftlicher Bridgespieler („Im Bridge sind es vor allem die Männer, die bei Turnieren antreten“, so Janßen) lag es für ihn nahe, einen Spielenachmittag anzubieten. Er wollte etwas Verbindendes für die Generationen anbieten. „Immer wird nur innerhalb der jeweiligen Altersgruppen gespielt“, stellte er fest. Sei es bei der Frauengemeinschaft, den Seniorennachmittagen, bei den Pfadfindern oder Messdienern.

Alle durch Spielen miteinander verbinden

Aber etwas, das Großeltern mit den Enkeln zusammen an einen Tisch bringe, fehlte. Doch sein Wunsch, alle durch das Spielen miteinander zu verbinden, ist bisher noch nicht ganz aufgegangen, obwohl Janßen davon überzeugt ist, dass es sich nur herumsprechen müsse. Er werde beim Bezirksausschuss anregen, einen Flyer herauszugeben, der alle Spieleveranstaltungen, von denen es seiner Meinung nach viele im Stadtteil gibt, vorzustellen. Jetzt sitzt er spielend mit einigen älteren Damen an einem Tisch des Pfarrheims und verteilt Karten.

Bis auf einen weiteren mit drei Kindern und Ehrenamtskoordinatorin Bianca Pohlmann besetzten Tisch ist an diesem Donnerstag noch nicht viel los. „Ich weiß auch von Zehnjährigen“, so Janßen, „die sind bis zum Nachmittag in der Schule, spielen im Fußball-, Handball und Hockeyverein und lernen dann noch ein Instrument.“ Die Frage liege nahe, wo da noch Zeit zum gemeinsamen Spielen bleibe, so der Spielleiter. Für ihn sind es vor allem Spieleklassiker wie „Vier gewinnt“, „Spiel des Lebens“ oder auch „Phase 10“, die seiner Erfahrung nach immer noch gut bei den Kids ankommen.

Er hat sie alle vorrätig. Natürlich auch Spielesammlungen, die ebenfalls noch gefragt sind. Kaum ein Spiel sei so generationsübergreifend, wie „Mensch ärgere dich nicht“. Janßen hat sich von Bianca Quadt beraten lassen, die einen Spieleladen in der Friedrich-Breuer-Straße betreibt. So sind auch die „Siedler von Catan“, „Ubongo“ sowie die Kartenspiele „Hochspannung“, „Drecksau“, „Solo“ oder „6 nimmt“ im Schrank des Pfarrheims gelandet und warten darauf, von Spielern ausgepackt zu werden.

Eingepacktes Go-Spiel

Eine ältere Dame überreichte Janßen ein noch eingepacktes Go-Spiel mit der Bitte, er möchte doch bitte einmal die Spielanleitung studieren und es ihr erklären. Da musste er allerdings passen: Das asiatische Brettspiel habe derart viele Raffinessen, dass es ihm zu schwer erschien, es in wenigen Worten der Dame zu erklären. Auch er habe schließlich 20 Jahre gebraucht, um richtig Bridge spielen zu können.

Spieletreff im Pfarrheim St. Josef, jeden 2. Donnerstag im Monat von 15 bis 18.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Teilnahme kostenfrei.