Stadt soll das Kleine Theater halten

Spielbetrieb ist für den Bürger Bund kein Muss

Intendant Walter Ullrich vor dem Kleinen Theater im Godesberger Kurpark. Die Bausubstanz des Theaters lässt zu wünschen übrig. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geld in die Sanierung stecken.

Intendant Walter Ullrich vor dem Kleinen Theater im Godesberger Kurpark. Die Bausubstanz des Theaters lässt zu wünschen übrig. Ein neuer Eigentümer müsste viel Geld in die Sanierung stecken.

Bad Godesberg. Der Bürger Bund Bonn will das Kleine Theater in Bad Godesberg im städtischen Besitz halten und nimmt dafür auch in Kauf, dass es möglicherweise nicht mehr zu einem Spielbetrieb kommt.

Nach Auffassung des Bonner Bürger Bunds soll das Kleine Theater im städtischen Besitz bleiben. Wenn kein Spielbetrieb mehr möglich sei, könne die Stadt die Immobilie „selbst nutzen und darin Mitarbeiter unterbringen, die derzeit in Fremdmietflächen untergebracht sind“, teilt Fraktionschef Marcel Schmitt mit.

Wie berichtet, will der bisherige Intendant Walter Ullrich (87) im kommenden Jahr aufhören. Die Ratskoalition lehnt derzeit die beiden Vertragsentwürfe zur möglichen Nachfolge durch Frank Oppermann oder Klaus Weise ab. Die Jamaika-Koalition hat Zweifel, ob die Bewerber ihre jeweiligen Vorhaben finanzieren können. Oppermann will das Theater für 16 500 Euro im Jahr pachten und 60 000 Euro jährlich für die Sanierung bereitstellen. Weise will das Haus kaufen und sanieren und plant eine kulturelle Nutzung von mindestens 15 Jahren.

„Das Kleine Theater hat in seiner über 50-jährigen Geschichte wesentlich zum kulturellen Leben Bad Godesbergs beigetragen. Das sollte auch so bleiben“, sagt Schmitt. Er hält den Kaufpreis der Immobilie im Kurpark mit 410 000 Euro für viel zu gering. „Wir wollen nicht, dass die Stadt das absolute Filetgrundstück weit unter Marktwert verschleudert und damit der über 100 Jahre alte Kurpark weiter privatisiert wird.“ Bei einigen Bad Godesbergern rege sich der Verdacht, dass bei dieser besonderen Immobilie mehr der Spekulationsgedanke denn die Kultur im Vordergrund steht.