In Bonn, Königswinter und Leverkusen

Spezialeinheit für Waldbrände im Rheinland ausgebildet

Die Teams der Feuerwehren aus Bonn, Königswinter und Leverkusen, die das "Waldbrandmodul" bilden, vor ihren Einsatzfahrzeugen.

Die Teams der Feuerwehren aus Bonn, Königswinter und Leverkusen, die das "Waldbrandmodul" bilden, vor ihren Einsatzfahrzeugen.

Bonn. Die Feuerwehren aus Bonn, Königswinter und Leverkusen bilden künftig deutschlandweit das erste sogenannte Waldbrandmodul. Die Bodeneinheit kann in der gesamten Europäischen Union für Einsätze angefordert werden.

Die Feuerwehren aus Bonn, Königswinter und Leverkusen bilden künftig deutschlandweit das erste sogenannte Waldbrandmodul. Mit einer Auftaktveranstaltung in Bonn ist es nun an den Start gegangen.

Die auf die Bekämpfung von Vegetationsbränden spezialisierte Bodeneinheit kann in der gesamten Europäischen Union für Hilfseinsätze angefordert werden. Die Einheit stellt ein Pilotprojekt dar, mit dem die Erfahrungen, die in anderen EU-Ländern bereits mit den Modulen gewonnen wurden, auf Feuerwehren in Deutschland angewendet werden.

„Die großen Brände im vergangenen Jahr, beispielsweise in Meppen, Brandenburg oder in Schweden, haben gezeigt, dass alle Feuerwehren in Europa aufgrund der schieren Größe der Brände schnell an ihre Leistungsgrenzen gelangen können“, sagt Jochen Stein, Leiter der Feuerwehr Bonn. „Wir möchten mit dieser Spezialeinheit unseren Beitrag zur innerdeutschen, aber auch europaweiten Hilfe bei Großbränden in der Fläche oder in Wäldern leisten. So, wie wir in Bonn Unterstützung bei Unwettern bekommen haben, bieten wir hiermit unsere Unterstützung bei Vegetationsbränden an.“

Feuerwehrleute ab sofort einsatzbereit

Hermann Greven, Leiter der Feuerwehr Leverkusen, äußerte sich so: „Die Feuerwehren sind gut aufgestellt und in der Lage, die Vegetationsbrände mit ihren bestehenden Fahrzeugen und Einsatzkräften zu löschen. Hier werden nun besonders geeignete Fahrzeuge und bereits im EU-Katastrophenschutzverfahren ausgebildete Führungskräfte zu einer schlagkräftigen Einheit gestellt.“ Wobei diese Einheit, so Stein, keiner zusätzlichen Personalressource bedarf, sondern mit der vorhandenen Mannschaft gestemmt werden soll. Rund 150 Kräfte werden oder sind bereits für diese Einsätze ausgebildet.

Aufgrund der Größe und Dauer dieser Brände, die oft viele Brandherde haben und deren Bekämpfung teils mehrere Tage oder gar Wochen benötigen, waren immer wieder überörtliche Einheiten zu Unterstützung der lokalen Kräfte im Einsatz. Das Europäische Katastrophenschutzverfahren sieht für solche Großbrände diese Waldbrandmodule vor, die kurzfristig und gut vorbereitet innerhalb der Europäischen Union angefordert werden können. Solch ein Modul besteht aus vier geländefähigen Löschfahrzeugen, einer Führungs- sowie einer Versorgungseinheit. Die Feuerwehren aus Bonn, Königswinter und Leverkusen bilden nun gemeinsam ein solches Modul. Die Fahrzeuge, fünf Tanklöschfahrzeuge sowie 50 Einsatzkräfte, werden hierbei aus allen drei Kommunen, die Führungs- und Versorgungskomponenten, wie beispielsweise der Einsatzleitwagen, von der Feuerwehr Bonn gestellt.

Das Modul ist ab sofort einsatzbereit. Nach dieser Auftaktveranstaltung üben die Einheiten getrennt ihre Einsätze. Im Herbst dieses Jahres will man sich zu einer gemeinsamen Übung treffen. „Auch für unsere kommunalen Aufgaben profitieren wir von der Zusammenarbeit. Der fachliche Austausch verbessert unsere vorhandenen Kenntnisse in der Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden“, ergänzt Michael Bungarz, Leiter der Feuerwehr Königswinter.