Schadstoffe im Asphalt

Sperrung der Friedrich-Ebert-Allee in Bonn ab Dienstag

Versteckte Schadstoffe: Bei den Bauarbeiten auf der Friedrich-Ebert-Allee ist im Unterbau PAK-haltiges Material entdeckt worden.

Versteckte Schadstoffe: Bei den Bauarbeiten auf der Friedrich-Ebert-Allee ist im Unterbau PAK-haltiges Material entdeckt worden.

Bonn. Bei einer Bodenanalyse findet das Bonner Tiefbauamt auf der B9 krebserregende Baustoffe im alten Straßenbelag. Um das Material wegzuschaffen, muss der Streckenabschnitt sechs Tage komplett gesperrt werden.

Bei einer routinemäßigen Bodenanalyse während der Fahrbahnsanierung auf der B 9 ist im Juli unerwartet eine Belastung des alten Straßenunterbaus mit krebserregenden Baustoffen festgestellt worden, wie das Tiefbauamt der Stadt Bonn mitteilte. Durch den Fund müsse der Bereich nun tiefer ausgekoffert werden, so das zuständige Tiefbauamt. Die geplante Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Allee muss daher von zwei auf sechs Tage ausgedehnt werden, um die Arbeiten wie geplant innerhalb der Ferien abschließen zu können.

Für diese Arbeiten wird der betroffene Streckenabschnitt von Dienstag, 22. August bis Sonntag, 27. August in Fahrtrichtung Süden komplett gesperrt. Die Umleitung führt über die Marie-Kahle-Allee, Oscar-Romero-Allee, Nahum-Goldmann-Allee und Olof-Palme-Allee.

 

Ursprünglich sollte der Streckenabschnitt zwischen Ollenhauerstraße und Olof-Palme-Allee für die Fahrbahnsanierung lediglich am letzten Wochenende der Sommerferien komplett gesperrt werden.

Das Abtragen der Fahrbahndecke erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird die unbelastete, oberste Deckschicht abgefräst. In einem zweiten Schritt wird dann die belastete Schicht, die etwa zehn bis zwölf Zentimeter dick ist, ebenfalls abgefräst und separat entsorgt.

Bei dem Schadstoff handelt es sich um sogenannte Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe – abgekürzt: PAK. Sie sind im Teer enthalten, der allerdings seit den 1970 Jahren verboten ist. Heute wird im Straßenbau stattdessen Bitumen verwendet.

Entsorgung auf Spezialdeponie

Ein Gesundheitsrisiko für Arbeiter oder Anwohner bestehe indes nicht. „Soweit uns bekannt ist, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Menschen nur in Verbindung mit aufsteigenden Dämpfen beim Heißeinbau gesundheitsschädlich“, erklärte Stefanie Zießnitz vom Presseamt der Stadt Bonn. „Da beim Abfräsen aber keine Hitzeentwicklung wie beim Heißeinbau entsteht, besteht keine Gefährdung für die Arbeiter“, so Zießnitz weiter. Besondere Vorsichtsmaßnahmen seien daher nicht erforderlich.

Konkrete Vorschriften gibt es jedoch für den Umgang und die Entsorgung des ausgebaggerten Materials. Je nach Schadstoffkonzentration würde das belastete Material klassifiziert und auf dafür speziell zugelassenen Deponien entsorgt. „Im aktuellen Fall auf der Friedrich-Ebert-Allee handelt es sich überwiegend um nicht gefährlichen Schadstoff“, so die Stadt.