Bauarbeiten auf der Viktoriabrücke

Sorge um Sicherheit für Radfahrer

Bonn. Die Bonner Polizei verzeichnet seit Ende Mai vier Unfälle an der Viktoriabrücke, sieht aber keinen signifikanten Anstieg. Der ADFC rät, während der Bauarbeiten den Gehweg für Fahrräder freizugeben.

Vier Unfälle hat es Polizeisprecher Frank Piontek zufolge seit Einrichtung der Baustelle auf der Viktoriabrücke Ende Mai gegeben. Die Brücke wird stufenweise abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Der bisher schwerste Unfall ereignete sich Sonntagabend gegen 23.50 Uhr, als ein 21-Jähriger auf der Viktoriabrücke die Kontrolle über seinen Mercedes verlor und in den Gegenverkehr steuerte. Dort kollidierte die mit insgesamt drei Personen besetzte Limousine frontal mit dem Mercedes-Cabrio eines 32-jährigen Bonners. Die Unfallbeteiligten mussten nach dem Zusammenstoß in Krankenhäuser gebracht werden.

Nach Auskunft des Polizeisprechers wurde der 32-Jährige so schwer verletzt, dass er stationär im Krankenhaus bleiben musste. Die anderen drei Autoinsassen erlitten nur leichte Verletzungen. Den Gesamtschaden bezifferte Piontek mit 20.000 Euro. Als Unfallursache nannte er überhöhte Geschwindigkeit.

Anfang Juni touchierte laut Piontek ein Mofafahrer mit seinem Anhänger im Vorbeifahren ein Auto. Vor etwa einer Woche kam es am Ende der Baustelle in Richtung Bonner Norden zu einem Auffahrunfall. Außerdem verzeichnete die Polizei kürzlich einen Unfall an der Einmündung Viktoriabrücke/ Bornheimer Straße. Dennoch möchte Piontek bislang nicht von einem signifikanten Anstieg von Unfällen auf der Brücke aufgrund der Baustelle sprechen.

Unbestritten gefährlich ist indes das Überqueren der Viktoriabrücke für Radfahrer, die sich in dem Engpass die Fahrspur mit den Autofahrern teilen müssen. Einen Unfall mit Radfahrern habe es bisher nicht gegeben. „Das spricht dafür, dass die Autofahrer doch sehr viel Rücksicht auf die Radfahrer nehmen“, sagte Piontek weiter.

Dafür sorgen die Radler, die die Brücke bergauf fahren müssen und dabei nur langsam vorankommen, aber immer wieder für lange Staus in der Bornheimer Straße – sowohl stadteinwärts wie auch -auswärts. Das hätten auch seine Kollegen in der City-Wache beobachtet, bestätigte Piontek. Eine Lösung des Problems sei angesichts der komplexen Baustelle wohl eher schwierig. „Bei der Frage der Verkehrsführung der Stadt Bonn stehen wir auch nur beratend zur Seite“, machte er deutlich.

„Wir haben der Stadt Bonn empfohlen, den Bürgersteig während der Bauzeit als kombinierten Geh- und Radweg freizugeben“, sagte Axel Mörer-Funk vom Allgemeinen Fahrradclub Deutschland (ADFC). „Es ist zwar eng dort, aber es wäre für alle eine Entlastung.“ Auch rate er allen Radfahren, alternative Routen, wie etwa durch die Unterführung am Ende der Endenicher Straße in Richtung Stadthaus/Altstadt, zu suchen.

„Die Unterführung ist die sicherste Variante“, sagte er. Allerdings sollte die Stadt mit dem Dampfreiniger durch die Unterführung gehen und die schmalen Radschienen entlang der Treppe durch breitere Schienen ersetzen, forderte er. „Die Brücke ist nun einmal marode und muss ersetzt werden. Da müssen alle Verkehrsteilnehmer mit Kompromissen leben“, so Mörer-Funk.

Die Reinigung sagte die Stadt am Montag zu. Auch will sie die Schienen überprüfen und notfalls austauschen, sagte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann. Ein kombinierter Geh- und Radweg scheide allerdings wegen des geringen Platzes aus. Bei einem Fahrverbot für Radler auf der Straße müssten sie ihr Gefährt auf dem Gehweg schieben. „Wir sehen an anderen Stellen im Stadtgebiet, dass dies nicht klappt.“ Deshalb komme ein Fahrverbot nicht infrage.