Neues Bezahlsystem für städtische Stellplätze

So viel kostet Handyparken in Bonn

Neues Handyparken ist in Bonn möglich.

Neues Handyparken ist in Bonn möglich.

Bonn. Stadt und Smartparking führen Handyparken in Bonn ein. Die App-Anbieter erheben pro Ticket eine zusätzliche Servicegebühr zwischen zehn und 25 Cent. Der herkömmliche Parkscheinautomat bleibt aber weiterhin bestehen.

Seit Montag können Autofahrer in Bonn ihr Parkticket für die städtischen Parkplätze per Smartphone lösen und bezahlen. Gemeinsam mit dem Verein Smartparking hat das Tiefbauamt der Stadt die neue Bezahlmöglichkeit eingeführt. Statt einer zentralen App haben Autofahrer bei diesem sogenannten Mehrbetreibermodell die Wahl zwischen sieben Anbietern, über die die Parkgebühren per Mobiltelefon entrichtet werden können. Das Modell in dieser Form ist für die Stadt nicht mit Zusatzkosten belastet. Zur Ticketkontrolle geben die städtischen Mitarbeiter das Kennzeichen in ein zentrales Onlinesystem ein, um zu überprüfen, ob die Gebühr bezahlt wurde.

Derzeit versehen Mitarbeiter von Smartparking die rund 120 Parkscheinautomaten im Bonner Stadtgebiet mit Aufklebern, die auf die neue Funktion hinweisen sollen. Zur Auswahl stehen die Apps der Anbieter Deutsche Telekom/T-Systems (Park and Joy), Easypark, ParkNow, Stadtraum (MoBilet), Sunhill (Travipay), TrafficPass (Park.Me) und Yellowbrick. Autofahrer können aber auch weiterhin am Parkscheinautomat ein Ticket lösen – und damit sparen.

Autokennzeichen müssen registriert werden

Anmeldung: Bei allen sieben Anbietern muss der Nutzer zunächst eine App herunterladen und sich anschließend registrieren. Bei einigen Anbietern müssen zusätzlich zu Handynummer und Autokennzeichen auch noch E-Mail-Adresse, Kreditkarten- und Kontonummer sowie die Adresse eingegeben werden. Travipay ist die einzige App, bei der Autofahrer nicht zwingend ein eigenes Konto anlegen müssen. Bei Park.Me können Nutzer auch über die Internetseite oder telefonisch über ein Servicecenter ein Parkticket buchen, ebenso bei ParkNow.

Funktion: Die Apps nutzen überwiegend die Standortbestimmung via GPS. Die Telekom-App beispielsweise schlägt dem Autofahrer die nächst gelegenen Parkmöglichkeiten vor und zeigt Öffnungszeiten, Kosten und Höchstparkdauer an. Über eine digitale Parkuhr kann der Nutzer seine Parkdauer minutengenau angeben und erhält eine Kostenschätzung. Auch Easypark, ParkNow und Travipay verwenden eine Karte zur Standortanzeige. Und Park.Me nutzt die Standortbestimmung ebenfalls, um die richtige Parkzone zu ermitteln.

Wer auf solche Zusatzfunktionen wie eine Standortanzeige verzichten kann, greift auf die App MoBilet zurück. Die Ansicht ähnelt der eines klassischen Ticketautomaten. Zur Auswahl stehen Zeitspannen von 30 Minuten bis zu vier Stunden. Nutzer können aber auch eine individuelle Parkzeit einstellen. Die Apps verfügen zudem über die Funktion, die Parkdauer von unterwegs aus zu verlängern oder zu verkürzen.

Für Vielparker lohnen sich Monatstarife

Kosten: Die Parkgebühren sind bei allen Anbietern gleich und werden größtenteils minutengenau abgerechnet. Nutzer zahlen allerdings pro Ticket noch eine Servicegebühr, die von Anbieter zu Anbieter schwankt: zehn Cent (MoBilet), 19 Cent (Park and Joy und Park.Me) und 25 Cent (Yellowbrick und ParkNow). Easypark rechnet 15 Prozent - mindestens jedoch 49 Cent - der Parkgebühren als Bearbeitungsgebühr ab. Travipay bietet eine eingeschränkte, dafür kostenfreie Variante an.

Für Vielparker lohnen sich Monatstarife, bei der der Nutzer eine monatliche Gebühr zahlt und beliebig viele Tickets lösen kann. Bei der Telekom gibt es das Paket für 1,99 Euro, bei Travipay für 2,49 Euro, bei ParkNow für 2,99 Euro und bei Easypark für 4,99 Euro. Bei Yellowbrick können Nutzer auch wochenweise für 50 Cent buchen. Dafür offerieren die Anbieter unterschiedliche Zusatzfunktionen. Für eine Erinnerung per SMS an das Ablaufen des Parktickets verlangen Easypark und ParkNow eine Bearbeitungsgebühr von 15 Cent pro Nachricht.

Abrechnung: Die Apps lassen mehrere Zahlungsoptionen zu, die mit weiteren Kosten verbunden sein können. ParkNow rechnet per Handyrechnung, Kreditkarte, Lastschrift oder PayPal ab. Bei der Bezahlung über PayPal fällt allerdings eine Zusatzgebühr von 1,5 Prozent an. Auch bei Travipay sind diese vier Zahlungsoptionen möglich. Bei Park and Joy muss eine Kreditkarte hinterlegt werden. Die App Park.Me rechnet entweder per Guthaben oder per Lastschrift ab, erhebt aber eine jährliche Gebühr von 4,90 Euro. Bei MoBilet muss zunächst ein Guthabenkonto aufgeladen werden – entweder über PayPal oder PayU.

Zusatzoptionen: Bei ParkNow kann der Autofahrer einer Kennzeichnerkennung durch den Parkhausbetreiber zustimmen und die Parkzeit mittels Ein- und Ausfahrt starten und stoppen. Travipay und Park.Me speichern jeweils den Standort des Fahrzeugs, damit sich der Besitzer wieder zurück zu seinem Auto navigieren lassen kann.

Weitere Informationen im Internet auf www.smartparking.de