„Ich sehe was, was du nicht siehst…“

So sieht es hinter den Kulissen des Frankenbads aus

Die Tribüne ist normalerweise nur bei Wettkämpfen zugänglich.

Die Tribüne ist normalerweise nur bei Wettkämpfen zugänglich.

Bonn. In unserer Serie „Ich sehe was, was du nicht siehst…“ nehmen wir Leser mit an Orte, an die sie sonst nicht kommen. Diesmal schauen wir hinter die Kulissen des Frankenbads.

In einem verwinkelten Teil des Nordtraktes zeugen weiß gekachelte Wannenbäder und Duschkabinen noch von einer Zeit, in der Männer und Frauen das Frankenbad nicht nur zum Schwimmen, sondern auch regelmäßig zur Körperpflege nutzten. 24 Hellblaue und hellbraune Türen markieren zwei nach Geschlechtern getrennten Bereiche – hellblau für Männer, hellbraun für Frauen. 14 Brauseräume und zehn Bäder standen zur Verfügung, an den Türen montierte Zeitschaltuhren takteten die Besucherströme. Inzwischen ist dieser Bereich stillgelegt, die einzelnen Kabinen werden nur noch als Geräteraum oder als Ablageort für Fundsachen genutzt.

Die große Zentralwerkstatt im Keller des Frankenbades lässt sich über den Innenhof erreichen. Dort befindet sich die Technik für den Badbetrieb. Umwälz- und Filteranlagen, Rohrsysteme, Ventile, Pumpen und Steuerpulte soweit das Auge reicht. Dutzende Chlorflaschenhilfsventile liegen in einem der großen Räume auf einem Tisch ausgebreitet, um auseinandergebaut und gewartet zu werden. Die Zentralwerkstatt ist nicht nur das Herz des Frankenbades, alle Brunnen der Stadt Bonn werden von hier aus gewartet.

Am 25. Juni 1963 wurde das Bad der Öffentlichkeit präsentiert, damals noch mit Restaurant über dem Kassenhäuschen. Seit 1996 steht das Bad unter Denkmalschutz. Heute Besuchen durchschnittlich 15.000 Badegäste das Frankenbad im Monat, davon sind 5000 Schulkinder. Im Büro des Badleiters Ralf Grimmling zeugen eine Eintrittskarte, datiert auf den 29. August 1963, Grimmlings eigener Jahrespass aus dem Jahr 1976, sowie Broschüren aus dem Eröffnungsjahr von seiner engen Verbundenheit zur Nordstadt und dem Frankenbad. „Ich bin ein Kind des Viertels und wollte nie woanders hin", erzählt der Badeleiter.

Das Sportbecken im Frankenbad ist mit einem Unterwasserfenster für Unterwasseraufnahmen ausgestattet. Ein Stahlgerüst mit Treppe führt zu dem rechteckigen Fenster, das den Blick etwa einen Meter unter der Wasseroberfläche auf die kreuzenden Badegäste freigibt. Filmteams haben hier bei Großveranstaltungen gedreht. Franziska van Almsick und Michael Groß sind im Frankenbad ihre Bahnen geschwommen. Bis vor zwei Jahren fanden noch die German Open im Synchronschwimmen im Frankenbad statt. Bis zu 18 Unterwasserscheinwerfer leuchten das Sportbecken aus während 400 Menschen bei großen Veranstaltungen auf der Tribüne an der Westseite Platz finden.

 

Die Serie Ich sehe was, was du nicht siehst... gewährt Lesern Eindrücke von Orten, an die sie sonst nicht kommen. In dieser Folge geht es in das Bonner Frankenbad.