Ein Schandfleck soll weichen

So sehen die Pläne für die Viktoriaunterführung aus

Bonn. Nach dem Bonner Loch und der Südunterführung soll ein weiterer Schandfleck in Bahnhofsnähe beseitigt werden: die Viktoriaunterführung. Die Stadt stellte jetzt die Planungen dafür vor.

Schmal, niedrig, dunkel, beschmiert, übel riechend, von der Bevölkerung kaum angenommen sowie nicht behindertengerecht – das sind die derzeitigen Attribute. Sie soll breiter, heller, von der Höhe her lichter und an beiden Zugängen mit barrierefreien Rampenanlagen ausgestattet werden. Bei einer ersten Informationsveranstaltung zur geplanten Umgestaltung der Unterführung in der Nähe der Viktoriabrücke stellte Helmut Haux vom Stadtplanungsamt zusammen mit Rainer Sachse, Landschaftsarchitekt, den derzeitigen Vorplanungsstand vor.

Diese Unterführung ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Innenstadt/Nordstadt und der Weststadt. Der Bau der Rampen soll mit der Aufwertung und Neugestaltung der Grünflächen vor dem Alten Friedhof und im Bereich zwischen Viktoriabrücke und Unterführung verbunden werden. In der Weststadt ist unter anderem eine neue Wegeverbindung in Richtung Immenburgstraße (über Hein-Moeller-Straße) geplant. Durch die Rampen und die neuen Zuwegungen, so Haux, würden somit attraktive Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer geschaffen.

Die Verbreiterung der Unterführung, sagt Sachse, sei kein Problem, da die benötigte Breite bereits existiere. Vor Jahren war eine Wand eingezogen worden, um dahinter Leitungen zu verlegen. Diese Wand kann entfallen, die Leitungen werden anderweitig verlegt. Die gewünschte Höhe kann durch Bodenbaumaßnahmen erreicht werden. Nur in die Betondecke, „da darf man keinen Dübel einsetzen, weil die Bahn das nicht gestattet“. Licht soll durch seitlich in den Boden eingelassene LED-Bänder auf die Wände der Unterführung projiziert werden, 100 Lux Helligkeit sind geplant. Die besondere Herausforderung sind die Rampen, damit eine barrierefreie Querung erfolgen kann.

Für die Präsentation der Vorplanung gab es seitens der Besucher reichlich Applaus und Zustimmung. Eine Vertreterin des Behindertenbeirats äußerte sich sehr positiv. Dennoch sind Befürchtungen hinsichtlich Drogenszene, Wandschmierereien oder Verunreinigungen durch Notdurft weiterhin vorhanden. Viel Licht, eine bessere Übersicht und eine höhere Frequenz der Radfahrer und Fußgänger würde eine ‚gewisse Szene‘ nicht aufkommen lassen. Dennoch sagte Haux zu, sich nach Möglichkeiten zur Videoüberwachung zu erkundigen.

Ein Besucher brachte es auf den Punkt: „Es wird besser werden, als es heute ist, denn es kann nicht schlechter werden.“ Er appellierte an die Politik, dem öffentlichen Raum durch Polizei und Ordnungsdienst mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Wir werden alle Anregungen intern besprechen“, versprach Haux, „und die Ergebnisse als Beschlussvorlage im kommenden Jahr in den Planungsausschuss und in die Bezirksvertretung bringen.“ Mit einem Umbaubeginn sei frühestens Mitte 2019 zu rechnen. Die Kosten werden derzeit auf drei Millionen Euro geschätzt.