Brücke bekommt ein Lichterdach

So laufen die Bauarbeiten an der Viktoriabrücke in Bonn

Bonn. Nachdem die Deutsche Bahn den Plänen zugestimmt hat, steht fest: die Viktoriabrücke bekommt einen Lichterbaldachin. Ein Blick auf den Stand der Bauarbeiten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Leser an den General-Anzeiger wenden und wissen wollen, ob sich auf der Baustelle der Viktoriabrücke überhaupt noch etwas tut. Nachdem im Sommer vergangenen Jahres mit den Abbrucharbeiten der südlich gelegenen Hälfte der Brücke begonnen und diese inzwischen beendet wurden, bewegt sich auf der Baustelle sichtbar jedenfalls wenig.

Nach Angaben der Stadt täuscht das jedoch. „Auf der Baustelle Viktoriabrücke wird gearbeitet, nur nicht in riesengroßem Umfang“, sagte Vizestadtsprecher Marc Hoffmann. Nachdem es dort zunächst Kampfmittelsondierungen gab und Kabeltrassen freigelegt wurden, haben nun laut Tiefbauamtsleiter Peter Esch die Arbeiten für den Neubau der Brückenrampe in Richtung Bornheimer Straße begonnen. Um den Transport des Baumaterials ohne Behinderung zu gewährleisten, hat das Tiefbauamt in Höhe der Thomastraße eine Ampel aufstellen lassen. Sie soll außerhalb des Berufsverkehrs zwischen 9 und 15 Uhr in Betrieb sein, sagte Esch.

Ursprünglich sollte schon Ende Mai mit dem Neubau der Brückenrampe an der Stelle begonnen werden. Doch nach Auskunft des Tiefbauamts haben sich die Arbeiten etwas nach hinten verschoben, was allerdings nicht ungewöhnlich sei. Die Deutsche Bahn (DB) habe in dem Bereich, in dem unter Vollsperrung des Schienenverkehrs eine Stütze gegründet werden muss, selbst erst Leitungen umverlegen müssen. Die nächste Sperrpause stehe deshalb erst jetzt an, dann könne man die Stütze gründen.

Höhe der Kosten ungewiss

Allerdings: Ein großer Teil des Neubaus ist laut Stadtverwaltung noch nicht vergeben. Das sei aber normal, denn die Maßnahme werde Stück für Stück ausgeschrieben, damit die Preisbindung gewährleistet sei. Ungeachtet dessen sehe der Zeitenplan ganz gut aus. „Es gibt derzeit lediglich die bei einer Maßnahme dieser Größe üblichen Schwierigkeiten mit Leitungslagen, die in Plänen anders angegeben sind oder mit Fundamenten, die nicht so liegen, wie in den Planunterlagen eingetragen“, heißt es aus dem Stadthaus. Insgesamt handele es sich um „beherrschbare Situationen“.

Wie berichtet, muss die 1949 errichtete und 1963 verbreiterte Viktoriabrücke komplett abgerissen und neu gebaut werden, weil ihre Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Schon ab 2010 ist sie für den Schwerlastverkehr gesperrt. Seit Beginn der Abbrucharbeiten fließt der Verkehr halbseitig auf einer Spur in jede Richtung. Laut Beobachter kommt es trotz dieser Einschränkung selten zu Staus. Fußgänger und Radfahrer teilen sich den nordwestlich gelegenen Bürgersteig, der nach einigem Hin und Her für diesen Zweck ein Stück verbreitert wurde. Offensichtlich ist der Weg nicht breit genug, denn nicht selten kommt es zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Das Gesamtprojekt ist auf rund dreieinhalb Jahre Bauzeit veranschlagt, die geschätzten Kosten liegen bei 24,6 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Kosten übernehmen Bund und Land.

Ob es bei der Kostenschätzung bleibt, ist fraglich. Erst kürzlich informierte die Verwaltung die Politik über eine Steigerung der Honorarkosten für den Tragwerksplaner um rund 750.000 Euro auf nunmehr rund 2,6 Millionen. Als Grund nannte sie den geplanten Lichterbaldachin, der die neue Viktoriabrücke überspannen soll. Die Verwaltung hatte sich ursprünglich dagegen, die Politik aber auf Empfehlung des Gestaltungsbeirats dafür ausgesprochen. Inzwischen hat der Verwaltung zufolge die DB ihre Zustimmung zum Baldachin gegeben. Der ist wie ein Netz gespannt und an Stützen befestigt. Die Lichtbrücke soll die neue Brücke bei Dunkelheit in helles Licht tauchen.