Veränderung in der Altstadt

So könnte die Zukunft des Bonner Frankenbads aussehen

Das Frankenbad in der Bonner Altstadt steht zur Disposition, wenn das neue Bad im Wasserland kommt. Dann wird der Schwimmbetrieb eingestellt. Jetzt gibt es Pläne für die zukünftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes. FOTO: BENJAMIN WESTHOFF

Das Frankenbad in der Bonner Altstadt steht zur Disposition, wenn das neue Bad im Wasserland kommt. Dann wird der Schwimmbetrieb eingestellt. Jetzt gibt es Pläne für die zukünftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes. FOTO: BENJAMIN WESTHOFF

Bonn. Die Stadt Bonn hat für das Hallenbad in der Nordstadt ein neues Konzept vorgelegt. Ob der Vorschlag überhaupt finanzierbar ist, blieb allerdings offen.

Klettern statt Schwimmen. So könnte, kurz gesagt, die Zukunft des Frankenbads aussehen. Ein Vorschlag der Stadtverwaltung sieht vor, das denkmalgeschützte Schwimmbad in der Nordstadt zu einer öffentlichen Freizeitstätte für Sport, Kultur, Jugendeinrichtungen und Gastronomie umzubauen. Dazu soll es, wie vom Rat gewünscht, im städtischen Eigentum verbleiben.

Mehrere als „Leitplanken“ bezeichnete Parameter – von der Bedeutung der Liegenschaft für den Stadtteil und die Integration bis hin zur Zuschussfähigkeit – haben der Empfehlung der Stadtverwaltung zugrunde gelegen. Über das Papier sollen nun am kommenden Mittwoch der Planungsausschuss des Stadtrates, danach weitere Fachausschüsse und schließlich am 10. Juli der Stadtrat entscheiden. Bereits für die kommende Sitzung des Rates am 3. Mai strebt die Stadtverwaltung eine Entscheidung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens gegen den Neubau eines Hallenbads in Dottendorf an (siehe „So geht es weiter mit dem Bürgerbegehren“). Die Frage nach der Zukunft und den Sanierungskosten des Frankenbads spielt in dieser Debatte eine große Rolle.

Gefällige Freizeitlandschaft

In finanzieller Hinsicht bringt der Vorschlag der Verwaltung indes noch einige Unwägbarkeiten mit sich. So enthält er gleich zu Beginn ausdrücklich den Zusatz „vorbehaltlich der noch näher zu prüfenden finanziellen Darstellbarkeit“. Zur Finanzierbarkeit des Projekts wird in der Vorlage lediglich auf Zuschussmöglichkeiten aus öffentlichen Fördertöpfen verwiesen. Eine Kostenschätzung enthält das Papier hingegen noch nicht.

Ebenso birgt es keinen Aufschluss darüber, welche Konsequenzen sich für die Gesamtberechnung der Neuordnung der Bäderlandschaft ergeben, wenn das Gebäude des Frankenbads (und mit ihm die Kosten für Umbau und Betrieb) im städtischen Eigentum verbleibt. Die SPD wartete am Freitag bereits mit dem Antrag auf, vor dem Ergebnis eines möglichen Bürgerentscheids zum neuen Schwimmbad keine weiteren Vorarbeiten und Auftragsvergaben ausführen zu lassen.

Konkreter Anlass ist der Vorschlag der Stadt, ein Planungsbüro ins Boot zu holen, das sich mit der Bausubstanz der 50er Jahre auskennt und beurteilen kann, wie realistisch (und teuer) die Verwandlung des sanierungsbedürftigen Frankenbads in eine gefällige Freizeitlandschaft wäre. Grünes Licht hierfür würde die Stadt von der Politik gerne bekommen.

An Ideen der Verwaltung mangelt es nicht. Vorstellbar sei, dass die heutige große Schwimmhalle zukünftig für ein sportliches Angebot genutzt wird. Besonders für Trendsportarten wie „Parcours“, „Calisthenics“ (Krafttraining mit Gymnastik) würde sich die Halle eignen. Auch eine Kletterwand wäre denkbar – Nachrichten, die die privaten Anbieter ähnlicher Angebote wie an der früheren Biskuithalle sicher aufmerksam verfolgen werden.

Auch sei die Verlagerung von Kultureinrichtungen ins Frankenbad, etwa in die Seitentrakte oder das Untergeschoss, „dazu geeignet, zum integrativen Zusammenhalt des Quartiers beizutragen und zugleich dem Denkmalschutz Rechnung zu tragen“, so die Stadt.