Heiß, trocken und kaum Regen

So heiß war das Wetter im Juli in Bonn

Der Rekordsommer 2018 hinterlässt auch in der Statistik seine Spuren. In den beiden vergangenen Jahrzehnten gab es keinen Juli, in dem in Bonn weniger Regen fiel. Dass es noch trockener geht, zeigt allerdings ein tiefer Griff in die Geschichte: So ist der bislang trockenste Juli im Jahr 1859 beobachtet worden, damals fielen nur 7,8 Liter pro Quadratmeter.

Der Rekordsommer 2018 hinterlässt auch in der Statistik seine Spuren. In den beiden vergangenen Jahrzehnten gab es keinen Juli, in dem in Bonn weniger Regen fiel. Dass es noch trockener geht, zeigt allerdings ein tiefer Griff in die Geschichte: So ist der bislang trockenste Juli im Jahr 1859 beobachtet worden, damals fielen nur 7,8 Liter pro Quadratmeter.

Bonn. Tropische Nächte und Tage mit Hitzerekord: Der Juli war der Viertwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im vergangenen Monat fielen nur 18 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Hitzetage und Tropennächte, Sonne satt und kaum Regen: Der Juli 2018 war der viertwärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnung in Bonn. 62 Sommertage seit dem 8. April bedeuten zudem einen neuen Rekord, der täglich um einen weiteren Tag in neue Höhen klettert. Das belegt ein Blick auf Daten der Wetterstation Endenich der Uni Bonn und die Wetterhistorie.

Temperatur: Mit einer Durchschnittstemperatur von 23,1 Grad war der Juli um 3,7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Den wärmsten Juli gab es bislang 2006 mit im Schnitt 23,9 Grad, den kühlsten mit 15 Grad im Jahre 1907. An 29 Tagen überschritt die Quecksilbersäule die Marke von 25 Grad; an 13 Tagen gab es mehr als 30 Grad im Schatten. Außerdem wurden vier Tropennächte gezählt. Mehr Sommertage wies zuletzt der Juli 2006 auf. Am 11. Juli hatte Bonn mit 12,5 Grad die niedrigste Monatstemperatur. Am Donnerstag vergangener Woche wurde mit 37,8 Grad der bislang heißeste Tag des Jahres gemessen. Das war die dritthöchste je in Bonn gemessene Juli- Temperatur. Spitzenreiter bei der Juli-Höchsttemperatur ist immer noch der 24. Juli 1911 mit 38,5 Grad Celsius.

Sonne: Mit den stabilen Hochs über Bonn konnte sich die Sonne sehr gut durchsetzen: Mit 320 Stunden landete der Juli auf dem zweiten Platz hinter dem Juli 2006 (325 Stunden) und vor 1971 (297 Stunden). Damit überschritt der Juli sein Monatssoll um 117 Stunden. An zwölf Tagen schien die Sonne länger als 13 Stunden; nur an einem Tag schien sie weniger als eine Stunde. 2018 schien die Sonne schon 279 Stunden länger als im langjährigen Mittel.

Der Juli 2017 war um 2,8 Grad kühler als der aktuelle Juli

Niederschlag: Der Juli war viel zu trocken: An neun Tagen fielen nur 18 Liter pro Quadratmeter, das ist rund ein Viertel des langjährigen Mittels. Zugleich ist das Platz 165 in der 170-jährigen Bonner Regenhistorie. Der meiste Regen fiel am 21. mit sechs Litern pro Quadratmeter. Zwei Gewittertage wurden gezählt. Die wenigen Niederschläge ließen den Rheinpegel dramatisch fallen: Am Monatsende wurde mit einem Bonner Pegelstand von 1,34 Metern der niedrigste Wert seit dem 31. Januar 2017 gemessen.

Vergleich mit 2017: Der Juli 2017 war um 2,8 Grad kühler als der aktuelle Juli. Im Vorjahr war die Minimaltemperatur mit 9,8 Grad etwas niedriger, und auch der Höchstwert mit 35,2 Grad war um 2,6 Grad niedriger. Die Zahl der Sommertage war um zwölf Tage geringer, auch bei den heißen Tagen wurden sieben weniger gezählt. Auch bei den Tropennächten gab es zwei weniger. 2017 fielen mit 119 Litern pro Quadratmeter 101 Liter pro Quadratmeter mehr Regen, die Sonne schien um 125 Stunden kürzer.

Klaus Kosack war jahrzehntelang Chefstatistiker der Stadt Bonn.