Hitze und Trockenheit

So gehen Bonner Gärtner mit der Hitze um

Marcus Kissener zeigt das Bewässerungssystem: Über kleine Schläuche bekommen die Bäume stetig tröpfchenweise Wasser zugeführt.

Marcus Kissener zeigt das Bewässerungssystem: Über kleine Schläuche bekommen die Bäume stetig tröpfchenweise Wasser zugeführt.

Bonn. Gärtner und Landschaftsbauer reagieren auf die hohen Temperaturen mit neuen Bewässerungssystemen und Sonnenschutz für die Pflanzen sowie verkürzten Arbeitszeiten für die Mitarbeiter. Rollrasen kann derzeit nicht verlegt werden.

Für die Gartenbetriebe und Landschaftsbauer waren die Temperaturen von bis zu 37 Grad ebenfalls eine Herausforderung. „Wir haben rund um die Uhr gewässert“, sagt Marcus Kissener, Inhaber von Kissener's Gartenmarkt in Beuel. In der eigenen Pflanzenaufzucht und Baumschule wurde die Wasserversorgung für die Pflanzen daher auf eine konstante Tröpfchenbewässerung umgestellt – auch um die Wasserressourcen zu schonen. Zusätzlich haben die Mitarbeiter Jungpflanzen mit einem Schattiergewebe bedeckt, um sie vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Gut mit der Trockenheit seien hingegen alte Gartengehölze, aber auch Kiefern, Pinien und Gräser, die sonst im Gebirge oder in Küstennähe beheimatet sind, zurechtgekommen. „Der heimische Laubbaum hat mehr damit zu kämpfen“, erklärt Kissener.

„Wir hatten viel mehr Wässerungsgänge als üblich“, sagt auch Hans Gräfe, Geschäftsführer von Gräfe Garten- und Landschaftsbau in Mehlem. Die neu gepflanzten Straßenbäume mussten wöchentlich jeweils mit 100 Litern versorgt werden – normalerweise reiche eine monatliche Wässerung aus. Bei den Rollrasenflächen seien die Mitarbeiter jedoch kaum mit der Wasserversorgung hinterhergekommen: Viele Flächen sind braun verfärbt. „Da muss man hoffen, dass der Rasen im Herbst wieder grün wird“, so Gräfe.

Auch Arbeit mit Beton hat ihre Tücken

Solange die Wurzeln nicht beschädigt seien, könne sich der Rasen nach einer längeren Regenperiode wieder erholen. Auch die Arbeit mit Beton hatte bei den Temperaturen ihre Tücken: Wird frisch gegossener Beton zu heiß, setzt die chemische Reaktion, die zur Verbindung der Komponenten führt, erst gar nicht ein. „Der Beton verbrennt und wird pulverig“, so Gräfe. Neu gegossene Betonflächen wurden daher mit Planen vor der Sonne geschützt.

Aber auch für die Mitarbeiter war die Hitze eine große körperliche Belastung. Für die heißen Tage wurden daher verkürzte Arbeitszeiten angesetzt – „was von den Kunden so auch gewünscht wurde“, so Gräfe. Einige Projekte musste das Team aufgrund der Witterung allerdings verschieben. So wird neuer Rollrasen erst verlegt, wenn das Wetter wieder kühler und feuchter wird.