Finalisten von Toys2Masters stehen fest

Sechs aus 77

Da geht's lang: Ultraschall hat sich im Halbfinale in der Harmonie die volle Punktzahl geholt und gilt als Favorit für das Finale.

Da geht's lang: Ultraschall hat sich im Halbfinale in der Harmonie die volle Punktzahl geholt und gilt als Favorit für das Finale.

BONN. Sechs aus 77: Nach zwei überaus starken Halbfinaltagen in der Endenicher Harmonie stehen die sechs Finalisten des mit 77 Nachwuchsbands gestartet Wettbewerb "Toys2Masters" fest.

Mit dabei ist auch die Bonner Post-Grunge-Band The Careless Salt-shakers, die sowohl Publikum als auch Jury überzeugte und somit am Samstag, 5. Dezember, im Brückenforum um die Krone kämpfen wird. Doch die Konkurrenz kann sich sehen lassen.

Vor allem am Samstag war das Teilnehmerfeld auf einem sehr hohen Niveau. Zumindest technisch gesehen: Die sexistischen Rap-Songs von Phoeniks, die sich in bester (oder schlimmster) Atzen-Manier mit einer Ausnahme ausschließlich um Bukkake-Orgien und große Brüste drehen, werden zwar exzellent präsentiert, sind aber inhaltlich leider einige Meter unterhalb der Geschmacksgrenze anzusiedeln. Schade, zumal Gastsängerin Hannah mit ihrer aufregenden Altstimme den Auftritt deutlich aufwertet und vor allem bei dem herausragenden Liebeslied "Frage und Antwort" ein herrlicher Kontrapunkt zu den Rap-Passagen von Phoeniks ist. Aber über Geschmack lässt sich trefflich streiten.

Auch die Hardcore-Formation Penetration Derby war sicherlich nicht jedermanns Sache - im Gegensatz zu den Aggro-Shoutern von Optimistic Me, die am Tag zuvor einfach nur laut und brachial aufspielten, hatten die Kölner aber immerhin ein Gespür für Dynamik. Und exzellente Gitarristen. Daher gehören sie ebenso zu den Final-Teilnehmern wie das Alternativ-Rock-Trio Til und die Deutschrock-Combo Lampenschirm, die vom schwierigen Startplatz Nummer eins mit ihrem genialen Songwriting und dem charismatischen Frontmann Manuel Simons dermaßen überzeugend war, dass sie von der Jury die volle Punktzahl erhielt und somit im Finale zu den Favoriten zählen dürfte.

Das Teilnehmerfeld wird von den Siegern des Halbfinales am Freitag komplettiert: die Rockband Ultraschall aus Koblenz, die mit einer starken Fangemeinde angereist war und mehrfach eine Wall of Death initiierte, hämmerte sich ebenso nach vorne wie die Troisdorfer Formation Officer Love und eben The Careless Saltshakers. Qualität und treue Anhänger: Wer beides hatte, konnte sich seiner Sache sicher sein, da das Voting der dreiköpfigen Fachjury nur die eine Hälfte des Endergebnisses ausmachte, das des Publikums die andere.

Die Entscheidung fällt am 5. Dezember im Brückenforum

Im Brückenforum wird es am Nikolausabend für die verbleibenden Bands um alles gehen. Der Sieger erhält einen fünftägigen Aufenthalt in einem Tonstudio, ein Fotoshooting sowie diverse Sachpreise. Auch die Einzelwertungen ("Master of Drums", "Master of Vocals", "Master of Songs" und "Master of Guitar") stehen noch aus: Zwar sind mit Ausnahme von "Master of Drums" bereits alle Sieger ermittelt worden, die Bekanntgabe der Auserkorenen erfolgt allerdings erst im Finale.