Besuch bei Umweltstation

Schüler untersuchen Waldboden auf dem Venusberg

Um den Waldboden samt seiner Krabbeltiere geht es bei den Untersuchungen mit Ottmar Hartwig (links).

Um den Waldboden samt seiner Krabbeltiere geht es bei den Untersuchungen mit Ottmar Hartwig (links).

Bonn. Schüler der Bertolt-Brecht-Gesamtschule haben die Umweltstation Lumbricus auf der Waldau besucht. Dabei untersuchten sie den Boden samt seiner Krabbeltiere.

„Vor der Spinne braucht ihr keine Angst zu haben. Ihre Beine sind auch nur so haarig wie die der Jungs.“ So beruhigte Ottmar Hartwig die Schüler der Klasse 7.5 der Bertolt-Brecht-Gesamtschule (BBG), als er das Insekt im Petrischälchen unters Mikroskop legte.

Das Tier hatten die Kinder eingefangen, als sie am Donnerstagmorgen mit ihrer Biologielehrerin bei Umweltbus Lumbricus auf der Waldau waren.

Die mobile Umweltstation ist ein Projekt der Natur- und Umweltschutzakademie NRW, das Umweltpädagoge Hartwig vor 26 Jahren ins Leben gerufen hat. Er empfing die Gruppe mit seiner Kollegin Stefanie Horn auf dem Venusberg, um ihnen das Ökosystem Wald vorzustellen und ihnen zu zeigen, wie sie es selbst untersuchen können.

Die nötige Laborausrüstung mit Mess- und Analysegeräten, Videoanlage und Digitalkameras standen im Lumbricus bereit. So konnten die Kinder nach einer kurzen Einführung in das „ABC der Bodenkunde“ selbst hinaus in den Wald gehen und in kleinen Gruppen seine Krabbeltiere und seinen Boden untersuchen.

Praktische Erfahrungen statt theoretischem Unterricht

Sie nahmen Proben, die in einer dritten Phase im Umweltbus unter dem Mikroskop analysiert wurden. Dabei halfen die Umweltpädagogen den Schülern und gaben Auskunft über die Besonderheiten der jeweiligen Probe. Schließlich stellten sich die Kinder ihre Untersuchungsergebnisse gegenseitig vor.

Aus den Bildern der Krabbeltiere unter dem Mikroskop, begleitet von den Vorträgen der Kinder und den Erklärungen Hartwigs, wurde ein Film gedreht, den die Klasse mitnehmen und für den Unterricht oder zur Vorstellung in der Schule nutzen kann.

Für die Kinder sei es toll, einmal selbst draußen forschen zu können und nicht alles immer nur theoretisch im Unterricht zu behandeln, erklärte Lehrerin Tina Schallschmidt. Yanic und Tim bestätigten, dass das Projekt mehr Spaß als der Unterricht gemacht habe.

Außerdem wollen sie mehr für den Boden- und den Klimaschutz tun, denn zum Abschluss des Projekts gab Hartwig den Schülern mit auf den Weg, wie wichtig ein naturbelassener Waldboden, der zum Beispiel CO2 aus der Atmosphäre entziehen und speichern kann, im Kampf gegen den Klimawandel ist.