Poppelsdorfer Schloss

Sanierungskosten auf mehrere Millionen Euro geschätzt

Architekt Werner Ockenfels (r.) und Ingenieur Thomas Weiler begutachten die Schäden am Dach des Poppelsdorfer Schlosses.

POPPELSDORF. Fast so groß wie ein Fußballfeld ist die marode Dachfläche des Poppelsdorfer Schlosses, nämlich rund 5500 Quadratmeter. Wie berichtet, besteht die Gefahr, dass sich Schiefer löst.

So wurde am Mittwoch innerhalb des Botanischen Gartens bereits ein Bauzaun errichtet, der Fußgänger auf sicherem Abstand hält. Zur Seite des Gewächshauses hin sollen nur die Zugänge zum Hochbeet abgesperrt werden, damit das Schloss ansehnlich bleibt.

Das teilten am Mittwoch Werner Ockenfels, Architekt beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), und Ingenieur Thomas Weiler mit. Bei einer Begutachtung mit einem Hubsteiger im November kam heraus, dass das Dach an manchen Stellen schon Lücken hat - etwa oben an einem Kamin oder an der Abdeckung einer Gaube. In den nächsten Tagen werden dann zur Innenstadtseite hin und in der Rotunde noch Netze mit Seilen über das Dach gespannt. Ist das erledigt, sollen die Gerüste wieder verschwinden.

Denn die Netze sind eigentlich dafür da, dass bis zur Sanierung des Dachs am Weiher auf einen hässlichen Zaun verzichtet werden kann. Nur auf die Farbe der Sicherungsnetze hat man wenig Einfluss: Die werden wohl blau oder grün werden, wie Weiler sagt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Dach neu aufgebaut. "Wir haben verschiedene Schieferarten gefunden", sagte Ockenfels.

So habe es nie eine einheitliche Struktur gegeben, und Schäden waren mit der Zeit absehbar. Mittlerweile wissen die Experten, dass die Schalung angegriffen ist. "An einigen Stellen drücken sich Nägel raus, weil die Schalung fault", sagt Weiler. Man hofft aber, dass kein neuer Dachstuhl aufgebaut werden muss.

Bis es zur Reparatur kommt, wird wegen der Ausschreibungsmodalitäten noch ein gutes Jahr vergehen. Als nächstes können sich Architekten- und Ingenieurbüros bewerben, dann folgt die Planung. Beim BLB ist man derzeit mit Kostenschätzungen vorsichtig. Der Architekt vermutet allerdings, dass die Sanierung mehrere Millionen Euro kosten wird.