Bonner Hauptbahnhof

Sanierung nun doch ab Herbst

Nicht nur die Bahnen kommen immer wieder zu spät, das Dach des Bonner Hauptbahnhofs ist undicht.

BONN. "Geht doch", kommentierte am Mittwoch Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch für die Stadt die Nachricht, dass die Sanierung des Bonner Hauptbahnhofs nun doch in diesem Jahr in Angriff genommen wird.

Das hatte die Deutsche Bahn am Mittwochmittag mitgeteilt. Noch vor wenigen Wochen hatte sie verlauten lassen, dass sich der Beginn der dringend notwendigen Dachsanierung bis 2018 verzögern werde. Daraufhin hatte es Proteste gehagelt.

Am Mittwoch hieß es dann seitens der Bahn, dass die Arbeiten zur Modernisierung des denkmalgeschützten Dachs voraussichtlich im Herbst beginnen - mit der Einschränkung: "Der Baubeginn steht noch unter dem Vorbehalt der formalen baubetrieblichen Genehmigung der notwendigen Sperrpausen."

Die Fertigstellung sei für 2018 geplant. Das neue Dach des Hauptbahnhofs werde erheblich lichtdurchlässiger, erklärte die Bahn. Insgesamt werden Dachflächen von mehr als 5000 Quadratmetern erneuert. Darüber hinaus wird die Tragkonstruktion saniert und ein neues Entwässerungssystem installiert.

Bahnsteig an Gleis 1 während der Sanierung gesperrt

Während der Bauarbeiten muss der Bahnsteig an Gleis 1 gesperrt werden. Als Ersatz wird das ehemalige "Diplomatengleis" entlang der Kaiserstraße reaktiviert. Dort wird dann für die mehrjährige Sanierung ein provisorischer Bahnsteig eingerichtet. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Bahn auf 8,7 Millionen Euro, die durch Bund, Nahverkehr Rheinland und DB getragen werden.

"Der politische Druck auf die Deutsche Bahn hat gewirkt", freute sich der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD) über die Kehrtwende der Deutschen Bahn.

Kelber hatte nach der Nachricht, dass sich die Sanierung bis 2018 verzögern würde, mit allen Beteiligten von Deutscher Bahn bis Zweckverband Rheinland intensive Gespräche geführt und auf eine zügige Sanierung des maroden Daches gedrängt.