Dach ist marode

Sanierung des Frankenbad-Daches kostet 1,2 Millionen

Die Stadt will das Dach der Frankenbadhalle erstmal nicht sanieren.

Die Stadt will das Dach der Frankenbadhalle erstmal nicht sanieren.

Bonn. Das Dach des Frankenbades muss nach Stadtangaben für 1,2 Millionen Euro saniert werden. Die Verwaltung will damit jedoch warten, bis der Rat über die Zukunft des größten Bonner Hallenbades entschieden hat, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Die Stadtverwaltung will das reparaturbedürftige Dach des Frankenbades vorerst nicht sanieren. Sie schätzt die Kosten für eine Erneuerung der Dachhaut auf 1,2 Millionen Euro, will sie aber erst anpacken, wenn die Zukunft von Bonns größtem Hallenbad geklärt ist. Die Ratsmehrheit wollte es eigentlich schließen und umbauen lassen. Doch seit dem erfolgreichen Bürgerentscheid gegen das geplante Wasserland-Schwimmbad ist das Schicksal des Baudenkmals in der Nordstadt offen.

Eine Nutzungsänderung könnte nach Stadtangaben Eingriffe in die Dachabdichtung erforderlich machen. „Die Verwaltung rät von einer Sanierung vor Festlegung des Nutzungskonzeptes ab, da nachträgliche Änderungen zu erheblichen konstruktiven Nachteilen und zusätzlichen Kosten führen“, erklärt Stefanie Zießnitz aus dem Presseamt. Die Dachschäden seien nicht so gravierend, dass sie den Badbetrieb gefährden würden.

Das wäre allerdings auch fatal - vor allem für den Schwimmunterricht, der eine kommunale Pflichtaufgabe ist. Ab September werden 28 Schulen das Frankenbad nutzen (siehe „Zwei Bäder, viele Schulklassen“). Vor den Sommerferien konnten rund ein Viertel der Schulen im Stadtgebiet keinen Schwimmunterricht erteilen, weil die Beueler Bütt und mehrere Schulschwimmbecken wegen schwerer Mängel geschlossen waren. Jetzt geht das Hallenbad in Beuel wieder in Betrieb, und auch das Freibad Friesdorf steht Schulen zur Verfügung, sobald dort die neue Traglufthalle aufgebaut ist.

2020 ist frühestmöglicher Start für eine Sanierung

Doch in zwei Jahren droht ein neuer Engpass: 2020 ist laut Stadt der frühestmögliche Start für die Sanierung des Hardtbergbades, in dem 17 Schulen Schwimmunterricht erteilen. Die Vorplanung soll bis Oktober abgeschlossen sein, so Zießnitz. Bis Jahresende strebe die Verwaltung einen Ratsbeschluss an. Wann die Sanierung beginnt, und wie lange das Hardtbergbad dafür geschlossen wird, hängt laut Presseamt von den konkreten Plänen und dem künftigen Gesamtkonzept der Bäderlandschaft ab.

Klar ist: Ein Großteil der Schulen, die auf der Hardthöhe schwimmen, werden während der Sanierung ins Frankenbad ausweichen müssen. Über das 1963 eingeweihte Baudenkmal hatte die Gutachterin Kim Adam, angeheuert von der Stadt, jedoch schon vor Jahren geurteilt, es sei „funktional und wirtschaftlich kaum noch betreibbar“. Die Technik im Gebäude ist zum Teil veraltet, nach Stadtangaben aber voll funktionsfähig.

„Wie lange eine störungsfreie Funktion gegeben ist und wie sich Ausfälle verhindern lassen, kann aufgrund ihres Alters und des Abnutzungsgrades nicht vorhergesehen werden“, räumt Sprecherin Zießnitz ein. Eine Sanierung im Bestand (ohne Angebotsverbesserung) würde laut einem Gutachten vom Oktober 2017 rund 20,7 Millionen Euro kosten. Der Rat hat bisher nur für die Erneuerung des Hardtbergbades und der Beueler Bütt Geld freigegeben – insgesamt 26 Millionen Euro.

Verein will Bürgerbeteiligung anstoßen

Der Verein „Freunde des Frankenbades“ drängt auf eine schnelle Dachsanierung und zügige Entscheidungen. Anders als die Initiative „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ ist die Gruppe offen für andere Nutzungen, wie sie auch der Ratsmehrheit aus CDU, Grünen und FDP vorgeschwebt haben. Der Verein will mit einem Bürgerantrag an die Bezirksvertretung Bonn eine qualifizierte Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Bades anstoßen, die bis zum ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein soll.

Der Rat hat ohnehin eine Bürgerwerkstatt zu möglichen Nachnutzungen beschlossen. Die Frankenbad-Freunde wollen diesen Auftrag um die Varianten Grundsanierung im Bestand und Ausbau zum attraktiven Familienbad erweitern. „Dieses Vorgehen sehen wir als nötigen Baustein für einen gesamtstädtischen Planungs- und Bürgerbeteiligungsprozess zur Erarbeitung des neuen Bäderkonzepts“, sagt Hildegard Kinzel vom Vereinsvorstand. Das Geld dafür müsse in den Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt werden.

„Kurfürstenbad bleibt!“ und zwei weitere Initiativen fordern die Stadt unterdessen auf, ein Konzept für das Schulschwimmen vorzulegen. Die Verwaltung selbst will den Ratsfraktionen nächste Woche einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen in der Bäderfrage machen. Dazu ist eine Pressekonferenz am Dienstag geplant.