Fund an Bushaltestelle in Bonn

SWB prüfen Anzeige nach falschem Aushang

Bonn. Vermeintliche Aushänge der Stadtwerke Bonn (SWB) haben in den vergangenen Tagen für Erheiterung und Kritik in den sozialen Netzwerken gesorgt. Der Urheber hatte damit Kritik an den SWB geübt. Diese prüfen nun rechtliche Schritte.

Vermeintliche Aushänge der Stadtwerke Bonn (SWB) an Bushaltestellen im Stadtteil Tannenbusch haben in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken für Wirbel gesorgt: Ein Nutzer hatte am Dienstag ein entsprechendes Foto veröffentlicht. Neben deutlicher Kritik an der Informationspolitik der Stadtwerke sorgten die zynisch anmutenden Informationsblätter vor allem für Erheiterung. Dabei hatten sie durchaus einen ernsten Hintergrund, wie der General-Anzeiger jetzt vom Urheber der Aushänge, Jens Peters, erfuhr.

Zur Erklärung: Auf den täuschend echt wirkenden gelben Informationsblättern mit rotem Logo wünschten die Stadtwerke unter anderem eine "gute Wartezeit", wenn mal wieder Busse und Bahnen ausfallen oder verspätet sind. Informationen darüber gebe es nur in der Easy-Go-App der SWB. Ansonsten solle man einfach auf den nächsten Bus oder die nächste Bahn warten, stand auf dem Aushang geschrieben, von dem sich die Stadtwerke bereits am Dienstag distanzierten. Hintergrund waren die Busumleitungen im Zuge der Bauarbeiten an der Oppelner Straße. Diese betreffen seit dem 1. April und bis zum 25. Oktober vor allem die Linien 601, 602 und 631.

Peters hatte sich über die Stadtwerke Bonn geärgert. Im Zuge der Umleitungen hätten die SWB auf die Ersatzhaltestellen "Waldenburger Ring", "Tannenbusch West" und "Schlesienstraße/Haus des Karnevals" verwiesen, ohne dort jedoch entsprechende Hinweise oder Fahrpläne anzubringen. Vor allem für Kunden ohne mobilen Internetzugang sei das ein Problem, sagt Peters auf GA-Anfrage, zumal es "täglich mehrfach" zu Verspätungen und Ausfällen bei den Bussen komme.

Obwohl er die Stadtwerke auf die fehlenden Informationen an den Ersatzhaltestellen aufmerksam gemacht habe, folgte keine Reaktion: Nach einer Woche hingen immer noch keine Fahrpläne. Der verärgerte Fahrgast entschied sich zu handeln. An sechs Haltestellen befestigte Peters seine Aushänge. Bereits am nächsten Morgen seien diese vom Haltestellen-Service der Stadtwerke wieder abgenommen worden, ohne jedoch die geforderten Fahrpläne anzubringen.

"Dass Pressesprecher Werner Schui das einfach als Aprilscherz abtut, kann ich nicht verstehen, denn das war es keinesfalls", sagte Peters mit Blick auf eine erste Berichterstattung des General-Anzeigers. Er sei froh, dass die Sache jetzt Aufmerksamkeit bekommen habe und dass die Fahrpläne mittlerweile angebracht worden seien.

Wie die Stadtwerke am Freitag auf GA-Anfrage mitteilten, sei die Ersatzhaltestelle "Waldenburger Ring" zu Beginn der Umleitungen zwar mit einem Fahrplan ausgestattet worden. Bei einer Überprüfung der Haltestelle auf den Hinweis von Peters habe man jedoch festgestellt, dass der Haltestellenmast von Unbekannten entfernt worden war. Dies sei kein Einzelfall, teilte SWB-Sprecher Schui mit. Leider komme es immer wieder vor, dass provisorische Haltestellenmasten von Unbekannten entfernt werden.

An der Haltestelle "Schlesienstraße/Haus des Karnevals" habe in der Tat eine Information gefehlt. Die Haltestelle "Tannenbusch West" sei keine Haltestelle im Sinne einer Ersatzhaltestelle und wurde somit nicht mit Ersatzfahrplänen bestückt, was jedoch nachgebessert wurde. In allen drei Fällen bedanken sich die Stadtwerke Bonn für die Hinweise. Die Haltestellen seien infolgedessen mehrfach überprüft worden. Rechtliche Schritte gegen Peters würden im Haus dennoch weiter geprüft. Unter anderem seien laut Schui durch den Aushang Klebeschäden an den Haltestellen entstanden.