Sitzung des Bonner Stadtrats

SPD stimmt gegen Beethovenhallen-Sanierung

Beethovenhalle: Ratsmehrheit genehmigt am Donnerstagabend den Modernisierungsvorschlag für rund 60 Millionen Euro.

Beethovenhalle: Ratsmehrheit genehmigt am Donnerstagabend den Modernisierungsvorschlag für rund 60 Millionen Euro.

Bonn. Der Rat hat am Donnerstagabend mit klarer Mehrheit den Weg für die millionenschwere Modernisierung der Beethovenhalle frei gemacht. Als einzige große Fraktion lehnte die SPD die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung ab. Auch Bürger Bund Bonn (BBB) und die Piraten stimmten dagegen.

SPD-Fraktionschefin Bärbel Richter begründete das Nein der Genossen mit den Kosten des Projektes, für das die Mehrheit rund 60 Millionen Euro freigab. Die Kostenberechnung der Verwaltung ist mit einem Schwankungsrisiko von 20 Prozent nach oben oder unten behaftet – am Ende könnten also rund 72 Millionen auf der Rechnung stehen.

Genauer wird die Prognose erst, wenn nach den Ausschreibungen die Angebote für die einzelnen Gewerke vorliegen. Das finanzielle Risiko sei zu groß, so Richter. Auch Johannes Schott (BBB) warnte vor einem „Fass ohne Boden“. Seinen Vorwurf, die Planungen der Verwaltung seien „absolut unseriös“ konterte Stadtdirektor Wolfgang Fuchs mit der Bemerkung, diese Behauptung sei eine blanke Unverschämtheit.

Unterstützung bekam Fuchs aus der Jamaika-Koalition. „Mit dieser Vorlage kann die Modernisierung der Halle endlich auf den Weg gebracht werden“, erklärte Roswitha Sachsse-Schadt (Grüne) – nicht ohne auf das Kostenrisiko hinzuweisen.

Anspielung auf gescheiterte Festspielhauspläne

Sie appellierte an die Bonner, das Projekt mit Spenden zu unterstützen. Es gehe um ein „wichtiges Denkmal und ein Festspielhaus“ für das Beethoven-Jubeljahr 2020 – ein kleine Anspielung auf die gescheiterten Festspielhauspläne, die die Grünen heftig bekämpft hatten.

Die Sanierung soll im Herbst beginnen und 18 Monate dauern. Eigentlich liegen die berechneten Gesamtkosten bei 62,7 Millionen Euro. Die Ratsmehrheit folgte aber gestern dem Vorschlag der Verwaltung, Maßnahmen im Umfang von zwei Millionen Euro solange auszuklammern, bis sich dafür Spender oder Sponsoren finden.

Das betrifft die Außenanlagen, die Erneuerung der Saalbestuhlung und den Austausch der Aluminium-Glas-Fassaden. Das Restaurant will die Stadt nur dann für etwa 500.000 Euro sanieren, wenn die Betreiberin eine höhere Pacht zahlt.

Die Sparkasse Köln-Bonn hat fünf Millionen Euro für den Umbau des Studios in einen Kammermusiksaal zugesagt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 100.000 Euro für die Dachsanierung. Gemeinsam mit dem Verein ProBeethovenhalle betreibt sie eine Spendenkampagne für die Halle. (www.rettet-die-beethovenhalle.de)