Erweiterung des Bundesviertels

Rund um den Trajektknoten entsteht ein neues Viertel

BONN. Rund um den neuen Trajektknoten entsteht in der Verlängerung der Museumsmeile ein neues Büroviertel, das das Bundesviertel erweitert.

GIZ-Zentrale(1)

Einem Flusslauf gleich schlängelt sich der Mäanderbau zwischen Friedrich-Ebert-Allee und Baunscheidtstraße. Aus der Vogelperspektive wird der neue Dienstsitz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aussehen wie aneinandergesetzte U-Formen.

Die zwei Untergeschosse des Neubaus am neuen Trajektknoten sind bereits fertiggestellt. Jetzt beginnen die Bauarbeiten in die Höhe. Es ist das erste von mehreren interessanten Bauprojekten rund um den Kreisel, das bereits in die Bauphase getreten ist. Ab Frühjahr 2015 sollen in diesem Gebäudekomplex mehr als 500 Menschen arbeiten.

Bei der Grundsteinlegung hatte GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner kürzlich von einem "wichtigen Meilenstein für den Hauptsitz" der GIZ gesprochen und die Vorzüge des 70-Millionen-Euro-Baus hervorgehoben. Neben den Büros, Besprechungsräumen und Konferenzsälen sind eine Reihe von Sozialräumen vorgesehen: unter anderem Eltern-Kind-Zimmer, Fitness- und Ruheräume, Duschen für die Fahrradfahrer. Die äußere Erscheinung folgt eher dem klassischen Bild der Lochfassade.

B 9-Offices (2)

Direkt daneben, zur Marie-Kahle-Allee hin, baut der niederländische Investor Albert Ten Brinke die sogenannten B 9-Offices. Die IVG hatte den ungewöhnlichen Bau noch "Oval Offices" genannt, konnte das Projekt indes nicht stemmen. In Bonn arbeitet die Ten-Brinke-Gruppe mit der Bosau Immobilien-Management GmbH zusammen.

Für Edith Bosau kommt nur eine große Nutzerlösung für das Objekt in Frage: "Das Gebäude ist so individuell und wird den Kreisel mit seiner Architektur dominieren", ist sich die Geschäftsfrau sicher. Von oben betrachtet hat das Gebäude die Form einer ovalen Acht, so dass sich zwei große Innenhöfe bilden.

Der erste zum Kreisel gewandte Innenhof ist Eingang und Zufahrt. Praktisch hinter dem Kreisel sollen die künftigen Nutzer und Besucher in den Innenhof und in die Tiefgarage einfahren. Dieser Teil ist nicht überdacht, der zweite, hintere Innenhof allerdings ist von einem Foliendach überspannt.

Die Idee der clp Architekten aus Koblenz, die auch den Mäanderbau entworfen haben, ist, durch das überdachte Atrium eine Kommunikationszone zu schaffen. Hier sollen separate Bereiche für Pause, Ausstellungen und auch für ein Café oder Bistro entstehen. Gedacht ist die Arena aber auch für Events und kulturelle Veranstaltungen, so Bosau. So wie das GIZ-Gebäude wird es fünfgeschossig gebaut, die Stahl-Glas-Konstruktion soll dem Gebäude Leichtigkeit verleihen.

Eine genehmigte Bauvoranfrage liegt dem Investor bereits vor, allerdings will man die letzten Details mit dem künftigen Nutzer der rund 25 000 Quadratmeter Bürofläche abstimmen. "Wir haben jede Menge Anfragen von Interessenten, die kleinere Flächen haben wollen, aber uns ist an einem großen Nutzer gelegen.

Er steht auch schon zu 99 Prozent fest", sagt Bosau. Mehr will sie zunächst nicht verraten. Doch dann könnte praktisch gleich der Bagger anrollen, weil die Rahmenbedingungen mit der Stadt geklärt seien, so Bosau. Sie rechnet dann mit einer Bauzeit von 20 bis 24 Monaten.

Sozietät Flick Gocke Schaumburg (3)

Auf der anderen Seite des Kreisels, zwischen Franz-Josef-Strauß-Allee und Fritz-Schäffer-Straße sind zwei Objekte vorgesehen. Zur Friedrich-Ebert-Allee hin will die die Sozietät Flick Gocke Schaumburg (FGS), eine Partnergesellschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern, ihren Hauptsitz verlegen.

Zurzeit residiert die Sozietät an der Johanna-Kinkel-Straße/Ferdinand-Lassalle-Straße. Dort läuft ein Bebauungsplanverfahren, Details wolle man erst Ende des Jahres bekanntgeben, wenn alle offenen Fragen geklärt seien, so ein Sprecher der Sozietät.

The Square (4)

Einen ganz ungewöhnlichen Weg geht Immobilienkaufmann Marc Asbeck, der hier im Bundesviertel, in der Nähe des Posttowers, sein "The Square" errichtet. "Das ist hier in Bonn das einzige Objekt, das auf Vorrat gebaut wird", so Asbeck über sein 20- Millionen-Euro-Investment. Er hat noch keine Nutzer für die 5600 Quadratmeter Bürofläche, die Mitte 2014 bezugsfertig sein sollen.

"Ich mache mir keine Sorgen darum, dass wir die Büros in einer solchen 1 A-Lage vermietet bekommen", ist er sich sicher. In Sichtweite des Posttowers haben sich die Manstein Architekten aus Aachen für eine eher monolithische Architektur entschieden. Die Glasfassade wird durchbrochen von gebürsteten Edelstahlriemen.