Bonner Ostermarsch

Rund 100 Teilnehmer demonstrieren gegen Flüchtlingspolitik

Mit Fahnen und Transparenten versammeln sich die Teilnehmer des Ostermarschs am Beueler Rheinufer.

Mit Fahnen und Transparenten versammeln sich die Teilnehmer des Ostermarschs am Beueler Rheinufer.

Bonn. Mit Friedensliedern zogen die Demonstranten am Sonntag vom Beueler Rheinufer zum Friedensplatz. Die Tradition des Ostermarschs ist in Bonn vergleichsweise jung.

„Und jeder träumt den Traum vom Frieden – und es kommt die Zeit. Dann wird wie jeder Menschheitstraum der Frieden Wirklichkeit.“ Liedzeilen wie diese singend liefen rund 100 Demonstranten beim Bonner Ostermarsch am Sonntag vom Beueler Rheinufer südlich des Chinaschiffs über die Kennedybrücke und durch die Innenstadt bis zum Friedensplatz. Vor der Vertretung der Europäischen Kommission stoppte der Zug, um die Geschichte von Ibrahim Yahyadiihle zu hören: Der Somalier hatte sich auf den Weg aus seiner vom Krieg zerstörten Heimat nach Deutschland gemacht und lebt mittlerweile seit neun Monaten in Bonn.

Mit „Liedern gegen den Krieg“ wollen die Organisatoren Susanne und Volker Rohde vom offenen Gesangstreff „Hand in Hand“ die Tradition der Ostermärsche in die Bundesstadt tragen. „In Bonn begründen wir gewissermaßen erst eine Tradition. Um an einem Ostermarsch teilzunehmen, mussten wir früher eigentlich immer nach Köln oder Düsseldorf gehen“, sagte Susanne Rohde.

Außer für kleinere Aktionen wie einen Ostermarsch per Schiff zum Friedensmuseum nach Remagen oder durchs Vorgebirge nach Köln habe man sich immer außerhalb orientieren müssen. Bereits zum dritten Mal findet in diesem Jahr daher der „Ostermarsch mit Musik“ unter der Ägide der Sänger statt.

„Nein zum Krieg – Refugees welcome!“ war die aktuelle Demonstration überschrieben, die sich explizit auch gegen das EU-Abkommen mit der Türkei richtete. Die Regierungen der meisten EU-Staaten beantworteten die Entwicklung bisher nur damit, dass sie um „Flüchtlingsquoten“ feilschten, so die Bonner Initiatoren. Sie wollten Flüchtlinge mit Gesetzesverschärfungen abschrecken. Generell wolle man offenbar eine Atmosphäre feindseliger Abschottung schaffen, die selbst vor Auffanglagern, Grenzzäunen und Mauerbau nicht Halt mache.

„Es wird von einer 'Flüchtlingskrise' gesprochen, als wären die Flüchtlinge Schuld an den Verhältnissen, vor denen sie fliehen“ so Rohde. Mit der im günstigsten Fall gedankenlosen Nutzung von solchen Begriffen bereite man rassistischen Gruppen den Boden.