Risiko für Fahrgäste in Bonn

Rollband am Hauptbahnhof birgt Rutschgefahr

Rutschgefahr auf dem U-Bahn-Rollband am Hauptbahnhof: Bei Nässe ist es ratsam, sich an den Handläufen des Rollbandes festzuhalten.

Rutschgefahr auf dem U-Bahn-Rollband am Hauptbahnhof: Bei Nässe ist es ratsam, sich an den Handläufen des Rollbandes festzuhalten.

BONN. Bei Regen kann es auf den Rollbändern am Bonner Hauptbahnhof rutschig werden. Besonders Pendler sind häufig in Eile und müssen die letzten Meter zum Gleis rennen. Für die Verkehrssicherheit sind dort Bahn und Stadtwerke zuständig.

Tausende Fahrgäste passieren täglich den Bonner Hauptbahnhof. Mit den Stadtbahnlinien, Regionalbahnen und Fernzügen fahren sie zu ihrer Arbeitsstelle oder nach Hause. Besonders Pendler sind häufig in Eile und müssen die letzten Meter zum Gleis rennen. Bei regnerischem Wetter kann das jedoch schnell gefährlich werden. Durch nasse Schuhsohlen kann das Rollband schnell zu einer Rutschfalle werden.

Aus diesem Grund haben die Stadtwerke Bonn (SWB) an den Rollbändern zu den Stadtbahnlinien entsprechende Hinweisschilder angebracht. Diese Rollbänder liegen in der Verkehrssicherungspflicht der Stadtwerke. „Bislang gibt es dort keine Häufung von Unfällen“, so Werner Schui, Sprecher der SWB. Bei jeder Witterung wird Besuchern des Hauptbahnhofes empfohlen, sich am Handlauf festzuhalten. Des Weiteren werden die Rollbänder regelmäßig gewartet und vom TÜV geprüft. Der Betreiber der Rollbänder kann die Prüffristen selbst festlegen und ist für dessen Einhaltung zuständig.

Auch der Deutschen Bahn, die für die Verkehrssicherheit der Rolltreppen an Gleis fünf zuständig ist, ist bislang keine Häufung von Unfällen auf den Rolltreppen bekannt. „Die Standfestigkeit hängt natürlich vom Schuhwerk ab“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn. Grundsätzlich sei auf Rolltreppen Vorsicht geboten. Sollte es dennoch zu einem Sturz kommen, verfügt jede Fahrtreppe über einen oder mehrere Stopp-Schalter sowie automatische Sicherheitseinrichtungen, die ein Abbremsen der Treppe bewirken.

„Grundsätzlich kommen schwere Unfälle an Rolltreppen recht selten vor“, so Achim Hüsch, Experte beim TÜV Rheinland für Fahrtreppen, nach dem Unfall in Rom. Am 23. Oktober 2018, vor dem Champions-League-Spiel AS Rom gegen ZSKA Moskau, wurden mindestens 20 Menschen beim Einsturz einer Rolltreppe verletzt. Der Experte vermutet, dass eine Bremse, eine Kupplung oder ein Zahnrad versagt hatte. Hinzu könnte eine „gnadenlose Überbelastung“ durch zu viele Menschen gekommen seien. Es gehe auch um die Frage, wie alt die Treppe in Rom war. Neuere Modelle haben demnach zum Beispiel für Notfälle eine zweite Bremse. Viel häufiger komme es an Rolltreppen aber zu Unfällen, weil Menschen mit Mänteln, Schuhen oder anderen Gegenständen hängen bleiben.