Polizeidirektor Pfau

Rocker sollen konsequent kontrolliert werden

Helmut Pfau leitet die Direktion Gefahrenabwehr.

BONN. Die Bonner Polizei kündigt eine Null-Toleranz-Strategie gegen Rocker und ähnliche Gruppierungen an. "Wir verfolgen seit Monaten ein klares Konzept", erklärt der Leitende Polizeidirektor Helmut Pfau dem General-Anzeiger. "Wir versuchen einzugreifen, bevor Straftaten geschehen."

Auf größere Ansammlungen reagiere die Polizei mit Ausweiskontrollen - so geschehen bei der Konvoifahrt der Hells Angels am Samstag in Bonn -, mit "Gefährderansprachen" und Platzverweisen.

Pfau leitet die Direktion Gefahrenabwehr im Bonner Präsidium. Mit "Machtdemonstrationen" wie in den vergangenen Tagen in der Bundesstadt wollen Rocker-Gruppen seiner Meinung nach vor allem eins: einschüchtern - die konkurrierenden Gruppen, die Bürger, die Geschäftsleute, aber auch die Polizeibeamten. "Wenn wir denen nicht von Anfang an auf die Füße treten, machen sie sich breit", sagt Pfau. "Wir werden aber nicht zurückweichen."

Personalienfeststellungen wie die am Samstag seien äußerst hilfreich, um die Akteure aus dem Dunkelfeld zu holen. Allerdings müssten jeweils genügend Beamte verfügbar sein, um eine solche Aktion durchzuführen. Am Montagabend sei die Polizei von der großen Masse der mehr als 100 Bandidos und ihrer Unterstützer überrumpelt worden, die durch die Innenstadt zogen. In diesem Jahr habe es bereits sechs Schwerpunkteinsätze im Umfeld von Diskotheken und Nachtclubs gegeben, so Pfau.

Die Rocker-Szene in NRW, in der sich auch Gruppen wie Outlaws, Gremium oder Satudarah tummeln, ist laut Landeskriminalamt seit einem knappen Jahr "sehr in Bewegung", wie LKA-Sprecher Frank Scheulen sagt. Eine der Ursachen könnten die Vereinsverbote für das Bandido-Chapter Aachen und das Hells-Angels-Charter Köln sein: "Wir können nach einem Verbot zwar Vereinsvermögen einziehen und die Kutten verbieten. Aber die handelnden Personen verschwinden damit noch nicht."