Schnappschuss in Röttgen

Ringelnatter jagt im Garten Frösche

Diese Ringelnatter ist ein gern gesehener Gast im Garten von Gustav Hecker. Beim letzten Besuch gelang ihm dieser Schnappschuss.

Diese Ringelnatter ist ein gern gesehener Gast im Garten von Gustav Hecker. Beim letzten Besuch gelang ihm dieser Schnappschuss.

Bonn. Hätte die Besucherin doch bloß nicht vor Angst so laut geschrien. Dann wäre die Ringelnatter auf der Gartenterrasse von Gustav Hecker wohl etwas länger geblieben. So zischte sie blitzschnell durch die Thujas davon.

Der Röttgener hatte aber Glück, machte kurz vorher mit seiner Kamera noch einen Schnappschuss. Gut sind die Halsflecken am Nacken der Schlange zu erkennen. Entweder haben sie daher ihren Namen, weil es wie ein Ring aussieht. Oder aber von der Fähigkeit, sich einzukringeln. Wer weiß.

Bei dem scheuen Tier am Haus des Ehrenvorsitzenden im Festausschuss Bonn-Röttgen handelt es sich um ein Weibchen. Denn die werden fast doppelt so groß wie die Männchen. 1,10 ist das Durchschnittsmaß, Heckers Schlangendame bringt es aber auf geschätzte 1,50 Meter. „Nicht jeder sieht eine Ringelnatter im Garten“, weiß Hecker, der seit 77 Jahren im Ort lebt. Durch die Nähe zum Kottenforst und damit zur Natur „kenne ich jeden Maulwurfshügel“.

So kennt er sich also auch mit den Nattern aus, die ihn alle paar Wochen immer mal wieder besuchen: das Männchen öfter als das Weibchen. „Die Schlange guckt sich alles an und hat es vor allem auf die Frösche abgesehen“, sagt Hecker.

Von den Amphibien hat er jede Menge zwischen den Beeten, denn der Tongrubensee ist nur ein Steinwurf entfernt. Die Natter schnappt sich ihre Beute direkt mit dem Maul. An einem Tag hatte eine allerdings die Goldfische in Nachbars Teich auf dem Speiseplan.

Da kam dann die Feuerwehr, um die Schlange zu holen. Zum einen, damit die Fischpopulation nicht litt, zum anderen, damit die Anwohnerin wieder ruhig schlafen konnte. Dabei sind die Tiere für Menschen eigentlich keine Gefahr.

„Am Weiher gibt es einen Haufen aus altem Gras und Heu“, sagt Hecker. „Wenn es kalt wird, ziehen sich die Ringelnattern darin zurück.“ Morgens könnten sie übrigens nicht jagen, weil es dann noch zu frisch sein. Damit sie schnell sind, müsse es warm sein.

Die tagaktive Ringelnatter kommt in Europa praktisch überall vor, auch in Teilen Asiens. Sie überwintert bis April/Mai. Auf ein intensives Sonnen folgt die Paarungszeit. Die Eier werden im Sommer abgelegt. Die Jungtier schlüpfen ab Juli bis in den Herbst hinein.