Sankt Sebastian-Bruderschaft

Richtfest: Schützenhof soll im Frühjahr öffnen

TANNENBUSCH. Die Bilder vom verheerenden Brand im Schützenhof vor anderthalb Jahren sind vielen noch in Erinnerung. Am Samstag verbannte sie Peter Boje endgültig in die Vergangenheit. Der Präsident der Schützenbruderschaft Sankt Sebastianus von 1473 feierte mit rund 70 Gästen Richtfest der wiederaufgebauten, 1910 errichteten Traditionsgaststätte.

Von ihr war nach dem Brand nur eine Ruine übrig geblieben. Als Brandursache stellte die Polizei später einen technischen Defekt fest. Dabei hatte die Bruderschaft, die Eigentümerin des Hauses, nur ein Jahr zuvor die Elektro- und Sanitäranlagen der Gastwirtschaft umfassend sanieren und modernisieren lassen.

Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Glück im Unglück hatte die Schützenbruderschaft: Das Feuer hatte die Pistolenhalle und die Luftgewehrhalle verschont. Die Pistolenhalle ist für den Verein besonders wichtig. Dort dürfen Schützen unter Aufsicht mit Handfeuerwaffen ohne Kaliberbeschränkung trainieren.

Beide Hallen konnten die Schützen schon bald nach dem Brand wieder nutzen. Boje freut sich nicht nur über den Wiederaufbau des Schützenhofes, den sein Stadtsoldatenfreund Herbert Raab als Architekt fachlich begleitet hat. "Wir freuen uns auch sehr darüber, dass wir als künftigen Pächter für die Gaststätte das Da Capo gewinnen konnten," verkündete er stolz.

Selbstredend, dass der Betreiber des Restaurants in der Beethovenhalle das Büffet anlässlich des Richtfestes hergerichtet hatte und die Gäste so schon einmal einen Vorgeschmack davon bekamen, welche Leckereien sie künftig in der Gaststätte am Lievelingsweg erwarten. Deren Wiedereröffnung sehnen die Tannenbuscher schon lange herbei, wie viele Gäste beim Richtfest betonten.

Auch die vielen Vereine, die sich regelmäßig in der Gaststätte und im großen Saal trafen, freuen sich, bald wieder eine Versammlungsstätte zu haben. "Wir hoffen, dass wir spätestens zu Ostern die Gaststätte und den Saal eröffnen können", sagte Schatzmeisterin Brigitte Meyer. Auf jeden Fall wolle die Schützenbruderschaft zum Tanz in Mai im neuen Saal einladen.

In ihm finden künftig rund 200 Gäste Platz. Doppelt so groß wie früher ist die Gaststube, die Boje zufolge 60 Sitzplätze hat. Neu im Bestand ist das Kaminzimmer, auf das der Präsident besonders stolz ist. Auch die Küche ist neu, die alte war völlig zerstört. Größer wird zudem der Biergarten, der zurzeit indes nur Baustelle ist. Die alte Minigolfbahn wurde aufgegeben.

In die Freude über den gelungenen Wiederaufbau, für den laut Boje die Versicherung "eine siebenstellige Summe" bereitstellte, mischte sich auch ein Wermutstropfen: "Ich bin enttäuscht, dass weder ein Vertreter der Stadt Bonn, noch jemand aus der Kommunalpolitik heute dabei ist", sagte Präsident Boje.

Schließlich handele es sich bei seinem Schützenverein um die älteste Bruderschaft der Bundesstadt, und der Schützenhof sei das älteste und traditionsreichste Haus am Platze, in dem sogar auch Deutschlands erster Bundeskanzler Konrad Adenauer einst zu Gast war.