Ordnungsamt kontrolliert

Rheinstreife entlastet die Bonner Polizei

Klaus Reitler und Uli Faßbender wachen über die Sauberkeit in der Bonner Rheinaue.

Klaus Reitler und Uli Faßbender wachen über die Sauberkeit in der Bonner Rheinaue.

Bonn. Die Rheinstreife in den Rheinauen und entlang des Flussufers hat aus Sicht der Behörden im vergangenen Jahr einen guten Job gemacht. Deshalb sollen die Kontrollen auch 2018 fortgesetzt werden und sogar schon im April beginnen.

„Die Streife des Ordnungsaußendienstes stellt eine spürbare Entlastung dar“, sagt der Leiter der Bad Godesberger Wache, Ralf Rheidt. Dass die Beschädigungen in den Rheinauen stark zurückgegangen sind, hat allerdings auch an der Weltklimakonferenz gelegen.

Über jeden Einsatz führen die Kontrolleure Buch. So wurden 2017 alleine 895 Verkehrsordnungswidrigkeiten geahndet. 657 Mal überprüfte die Streife Erwachsene, 966 Mal Jugendliche. In 208 Fällen kassierte sie hochprozentigen Alkohol ein, in 135 Fällen Zigaretten. „Die Resonanz der Bürger fiel sehr positiv aus“, teilt die Stadt in einer Stellungnahme mit.

Was aber vor allem daran liegen dürfte, dass die Streife auch auf Vandalismus (76 Platzverweise), nicht angeleinte Hunde (488 Fälle) und 78 Grills achtete, die umgesetzt wurden, um Schäden an den Grünanlagen zu vermeiden. Auch in Notfällen sind die Kontrolleure zur Stelle: Elf hilflose Personen wurden versorgt, zweimal leisteten sie sogar erste Hilfe. „Die Mitarbeiter werden als kompetente Ansprechpartner angesehen“, so die Stadtverwaltung. Sie sind stets in voller Dienstkleidung und in den Autos des Ordnungsamts unterwegs.

Viele Einsätze der Polizei bedient

„Es konnten viele Einsätze, die früher von der Polizei bedient wurden, übernommen werden. Zum Beispiel Ruhestörungen, Vandalismus sowie die Überprüfung von Partys und Grillfeuern“, sagt Wachleiter Rheidt. Unterstützung gab es auch bei der gemeinsamen Ordnungspartnerschaft: Die Ordnungsamtsmitarbeiter beteiligten sich regelmäßig an nächtlichen Einsätzen, in denen die Polizei die Leitung übernahm.

Beim städtischen Gartenmeister gingen kaum Bürgerbeschwerden ein. Das Amt für Stadtgrün bezeichnet das Jahr sogar als „das preiswerteste bezogen auf Beschädigungen durch Vandalismus“ seit dem Rheinstreifen-Start 2010. Was aller Wahrscheinlichkeit nach aber auch daran gelegen habe, dass die Rheinaue durch die Weltklimakonferenz stark beobachtet worden sei. Bonnorange fordert, dass die Streife schon im März und nicht erst im April ihren Dienst aufnimmt.

Ab dann gingen an vielen Orten – unter anderem an der Mehlemer Fähre, dem Oberkasseler Ufer sowie dem Chinaschiff nahe der Kennedybrücke – häufig Glasflaschen zu Bruch, die das Unternehmen wegräumen müsse. „Ab Beginn der Kontrollen verringern sich der extreme Glasbruch und der Unrat merklich“, so Bonnorange. Zudem sollten die Kontrollzeiten flexibel gestaltet sein: Ist im März tagsüber am meisten los, verlagern sich die Müll-Hochzeiten im Sommer in den späten Abend.

Den sanierten Alten Zoll betrachtet Bonnorange schon jetzt als künftige Problemzone: Er werde bereits „stark frequentiert“, vermehrt würden dort leere Flaschen hinterlassen. Gleiches gelte für den Godesberger Stadtpark. „Es wäre schön, wenn zukünftig auch diese Bereiche verstärkt kontrolliert werden könnten.“