Niedrigwasser

Rheinpegel in Bonn fällt unter Ein-Meter-Marke

Blick von Beuel auf die Bonner Silhouette.

Blick von Beuel auf die Bonner Silhouette.

Bonn. Der Rheinpegel sinkt. Nach einem minimalen Anstieg vor zwei Wochen ist er auf dem Weg nach unten. Inzwischen hat er in Bonn die Ein-Meter-Marke geknackt.

Richtige Inseln ragen aus dem Rhein empor, steinerne Zungen strecken sich bis weit in die Mitte des Stroms, sodass die Container- und Ausflugsschiffe die Außenseite der Flussbiegung nutzen, wo der Strom für gewöhnlich tiefer ist. Spaziergänger wagen sich tief hinein ins Flussbett, das sich normalerweise nicht so offenherzig zeigt.

Seit einigen Tagen fällt der Pegel wieder, nachdem er Anfang Oktober bei 1,28 Meter stand, lag er vergangene Woche bereits bei 1,17 Meter. Tendenz fallend. Am Dienstagmorgen sackte der Fluss in Bonn unter die Marke von einem Meter. An einigen Stellen führt der Rhein so wenig Wasser wie seit langem nicht mehr. Rekordtiefstwerte werden unter anderem in Emmerich am Niederrhein gemessen. Dort erreichte der Pegelstand am Montag 26 Zentimeter, das sind zwei Zentimeter weniger als der bisherige Tiefstwert aus dem Jahr 2003, wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt mitteilte. Dies bedeute, dass die Wassertiefe in der Fahrrinne noch mindestens 2,22 Meter betrage. In den kommenden Tagen ist laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein (WSA) mit noch niedrigeren Werten zu rechnen.

In diesem Sommer lag er nur selten über 1,50 Meter. Der Höchststand wurde am 13. Juni mit 4,13 Meter gemessen. Auch das ist nicht gerade viel. Zum Vergleich: Die Uferkante am Brassertufer liegt bei 8,80 Meter. Beim Hochwasser im Dezember 1993 hielten die Statistiker den Wert von 10,13 Meter fest.

Das Niedrigwasser hat auch Folgen für die Verbraucherpreise. Weil die Transportschiffe weniger laden können, steigen die Transportkosten. Der Branchendienst agrarheute meldet, dass die Preise für Getreide, Ölsaaten, Futtermittel, aber auch für Dünger, Treibstoff und andere Betriebsmittel steigen, weil die Binnenschiffer auf den höheren logistischen Aufwand mit sogenannten Kleinwasserzuschlägen reagieren. Für Spaziergänger indes ergeben sich in diesen Tagen wunderschöne Fotomotive, und auch die Angler am Rheinufer vermelden bessere Fangquoten.