Kulinarisches Festival

Rheinische Krimiszene liest beim Bäcker

Krimilesung in der Bäckerei Klein: Anja Eichbaum.

Krimilesung in der Bäckerei Klein: Anja Eichbaum.

Auerberg. Ein kulinarisches Festival in der alten Backstube von Armin Klein brachte Brot und Bücher zusammen. Regionale Krimiautoren lasen zwischen Knetmaschine und Ofen.

„Brot und Bücher, das sind doch beides Grundnahrungsmittel“, sagte Armin Klein und lachte. Eine Krimilesung im Schokoladenmuseum brachte den Bäcker aus Uedorf 2015 auf die Idee, Kulinarik und Literatur zusammenzubringen. Er holte Buchhändler Philipp Seehausen mit ins Boot und nun – zwei Jahre später – erlebte Bonn am Samstag und Sonntag sein erstes kulinarisches Krimifestival. Zwei Tage lang lasen Autoren aus der Region in der Bäckerei Klein in Auerberg für ein heiteres Publikum.

Für Philipp Seehausen, Inhaber der Buchhandlung „Unsere Buchhandlung“ in Tannenbusch, war die Organisation des Festivals ganz schön aufregend. „Hier in der Bäckerei Klein haben wir schon andere Lesungen und Bücherbrunchs veranstaltet. Aber so ein Festival ist eine andere Nummer. Mein Adrenalin steigt seit drei Wochen“, sagte er.

Der Kontakt zu den Autoren entwickelte sich vor allem durch seine Arbeit in der Buchhandlung. Bonn habe eine ganze Riege an Krimiautoren. Über ein paar Ecken kenne jeder jeden. Was Klein und ihn verbinde, sei die Liebe zu guten Produkten, so Seehausen. Bücher und Brot, das sei eben beides Handwerk. Formate wie das Krimifestival unterstützten darum nicht nur regionale Autoren, sondern auch die kleinen Geschäfte.

Gelesen wurde am Wochenende in der alten Backstube der Bäckerei. Wo früher Knetmaschine und Ofen standen, gaben sich nun regionale Autoren die Klinke in die Hand. Schauspielerin Isabella Archan habe schon am Samstag eine Kabarettshow abgeliefert, die ein Fest gewesen sei, sagten Zuhörer.

Andere bekannte Gesichter wie Anja Eichbaum, Ralf Krampe und Hans Jürgen Sittig erzählten mit viel schwarzem Humor und Augenzwinkern Geschichten von Mord und skurrilen Zeitgenossen. Das Publikum lachte herzlich über Seniorinnen, die Verbrecher stellen, und Eifler, die eigentlich ganz friedlich, aber auch ein bisschen blutrünstig sind.

„Eine super Idee“, meinte das Publikum zum Konzept. Die Geschichten direkt von den Autoren zu hören, das sei ein tolles Ereignis. Auch Armin Klein sagte, er werde gebeten, die Reihe weiterzuführen.