Erfolg für "Jazz"

Rettungshund findet vermissten Mann in Bonn

Staffelführerin Siliva Wessels mit Spürhund "Jazz".

Staffelführerin Siliva Wessels mit Spürhund "Jazz".

Bonn. Am Freitagabend hat die Rettungshundestaffel Bonn/Rhein-Sieg e. V. einen Erfolg verzeichnet. Ein zuvor als vermisst gemeldeter Mann wurde dank des Rettungshundes "Jazz" gefunden.

Rettungshund „Jazz“ hat wieder den richtigen Riecher bewiesen: Der neun Jahre alte Australian Shepard der BRH Rettungshundestaffel Bonn/Rhein-Sieg hat am Freitagabend einen 86-Jährigen gefunden, der mehrere Stunden vermisst wurde. Der Senior war in Duisdorf gestürzt und konnte nicht mehr selbstständig aufstehen.

Er war gegen 18 Uhr bei der Polizei von Mitarbeitern eines Wohnheims, in dem er lebt, als vermisst gemeldet worden. Rund um das Gebäude und an bekannten Anlaufadressen fanden die Beamten den 86-Jährigen nicht. Deshalb forderten sie sowohl Suchhunde, die gezielt die Fährten von Menschen aufnehmen, als auch die sogenannten Flächenhunde der Rettungshundestaffel an. „Der Unterschied ist, dass wir eine strukturierte Suche auf einem bestimmten Gelände machen.

Unsere Hunde achten auf alle Menschen, die ungewöhnlich auf sie wirken und zum Beispiel humpeln“, erklärt Staffelführerin Siliva Wessels, die auch Frauchen von „Jazz“ ist. Widrige Wetterbedingungen spielten dabei keine Rolle, da Menschen immer einen spezifischen Geruch hätten. „Die Erfolgsquote liegt bei fast Hundert Prozent.“

Da Wessels vorher wusste, dass der 86-Jährige schlecht zu Fuß ist, grenzte sie das Areal ein. "Wir schließen aus, dass sich Menschen einem bestimmten Bereich befinden.“ Eile war geboten, denn durch die niedrigen Temperaturen war das Leben des Mannes in Gefahr.

Sofort wurden seitens des Vereins neun Teams in Bewegung gesetzt. Mit Erfolg: 45 Minuten später meldete Wessels, dass ihr Hund den Vermissten gefunden hatte. Er war in der Nähe des Konrad-Adenauer-Damms gestürzt und lag dort verdeckt auf dem Boden. „Mein Hund Jazz hat mir angezeigt, dass wir den Pfad gehen sollen“, so Silvia Wessels, die auch Vorsitzende der gemeinnützigen Rettungshundestaffel ist. Ein Rettungswagen brachte den Mann, der bereits unterkühlt war, in ein Krankenhaus.

„Jazz“ ist schon lange Rettungshund. Insgesamt 22 Hunde und 18 -führer engagieren sich ehrenamtlich im Verein. Die Hunderasse sei laut Wessels zweitrangig. „Entscheidend ist, dass der Hund motivierbar ist und die Ausbildung absolviert.“ Man brauche anderthalb bis zwei Jahre spezielles Training, bis die Hunde einsatzfähig seien. Danach können die Tiere auch von Privatleuten kostenlos angefordert werden. Der Verein finanziert sich unter anderem von Spenden. Die Zeit für die Trainings investieren die Hundeführer ohne Gegenleistung.

Mehr Infos auf www.rettungshunde-bonn.de