Mit Änderungen

Rat beschließt Verkauf des Kleinen Theaters Bad Godesberg

Möchte gerne das Kleine Theater weiterführen: Intendantin Bettina Montazem.

Möchte gerne das Kleine Theater weiterführen: Intendantin Bettina Montazem.

Bonn. Bis in den späten Abend hat der Stadtrat am Dienstag um die Zukunft des Kleinen Theaters gerungen. Wie der GA erfuhr, beschloss am Ende eine Mehrheit aus CDU, FDP und SPD in nichtöffentlicher Sitzung, das städtische Gebäude an einen Förderer des Theaters zu verkaufen.

Der Förderer hat den Fortbestand des Theaterbetriebs dort zumindest in den kommenden zwölf Jahren zugesichert. Allerdings muss der potenzielle Käufer, der mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen anonym bleiben möchte, noch einigen Änderungen in dem bereits mit ihm verhandelten Vertragsentwurf zustimmen.

Anders als im Entwurf vereinbart, soll der Kaufinteressent unter anderem die zur Rede stehende Kaufsumme von 410.000 Euro nicht in zwei Raten, sondern auf einen Schlag bezahlen. Auch soll das Grundstück parzelliert werden, so dass ein Anbau oder der Bau eines weiteren Gebäudes dort nicht möglich ist. Des Weiteren soll die kulturelle Nutzung ausdrücklich im darstellenden Genre legen.

Ein Ergänzungsantrag der Grünen, zusätzlich eine Nachsicherungsklausel zum Kaufpreis einzubauen, wurde abgelehnt. Obgleich nach GA-Informationen die meisten Politiker angesichts des niedrigen Kaufpreises, den die Verwaltung unter anderem mit der Zweckbindung einer Theaternutzung begründet, Sympathie mit dem Antrag hegten. Mit der Nachtragsklausel wollten die Grünen absichern, dass der Käufer – sollte er das Gebäude nach Ablauf der zwölf Jahre für andere Zwecke nutzen und höhere Rendite erzielen – die Differenz zum tatsächlichen Verkehrswert der einstigen Bürgermeistervilla nachzahlen muss. Die Verwaltung hatte bereits im Vorfeld dargelegt, dass der Kaufinteressent das ablehne.

Planungssicherheit benötigt

Wie der potenzielle Käufer nun zu den Änderungen im Vertragsentwurf steht, ist offen. „Darüber müssen wir jetzt noch reden“, sagte er dem GA am Mittwoch auf Nachfrage. Stimmt er nicht zu, ist die Rettung des Theaters wohl gescheitert. Theatermacherin Bettina Montazem, die das Kleine Theater mit dem Verein „Kleines Theater“ vom bisherigen Intendanten Walter Ullrich übernehmen und fortführen will, hatte bereits vor der Ratssitzung dem GA erklärt: Sollte in diesen Tagen nicht klar sein, dass der Interessent das Haus kaufen wird, werde sie aussteigen. Sie benötige Planungssicherheit für ihren Spielplan.

Wie berichtet, will Ullrich nach Ablauf seines Mietvertrags 2019 mit der Stadt in den Ruhestand gehen. Ab dann stellt die Stadt auch ihre Förderung von jährlich 80.000 Euro für das Kleine Theater ein, das dort seit bald 50 Jahren sein Zuhause hat.

„An unserem Änderungsantrag wird deutlich, wie wichtig es uns war, dieses Kulturangebot in Bad Godesberg zumindest für die nächsten zwölf Jahren zu erhalten. Jetzt liegt der Ball bei dem Interessenten“, sagte Horst Gehrmann, CDU-Fraktionsgeschäftsführer, am Mittwoch auf GA-Anfrage. Auf die Frage, warum die Grünen als Koalitionspartner von CDU und FDP ausgeschert sind und den Änderungsantrag abgelehnt haben, sagte Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt: „Am Ende des Abwägungsprozesses steht auch die Frage, ob man sich darauf einlassen will, dass der Erwerber der Stadt am Ende die Bedingungen, zu denen sie zu verkaufen hat, diktiert. Wir meinen nein.“